Inmitten der pulsierenden Wiener Innenstadt hat die Initiative „Geht doch“ am Parkring einen neuen Fußgängerübergang zum Stadtpark eröffnet. Diese Aktion soll nicht nur den Übergang für Fußgänger erleichtern, sondern auch auf die dringende Forderung nach mehr Ringquerungen aufmerksam machen. Der Umbau der Ringstraße, der in mehreren Etappen stattfinden wird, zielt darauf ab, die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer deutlich zu erhöhen. Dabei müssen einige Parkplätze in den Nebenfahrbahnen weichen, was die Diskussion um die Nutzung des öffentlichen Raums anheizt.

Die Experten sind sich einig: Die geplanten Maßnahmen sind notwendig. Matthias Nagler vom ÖAMTC hebt hervor, dass sich derzeit nur wenige wohlfühlen und viele Konfliktbereiche bestehen. Harald Frey von der TU Wien sieht die Vorhaben als richtigen Schritt, spricht aber nicht von einem großen Wurf. Petra Jens, die Fußgängerbeauftragte, freut sich über die Verbesserungen, die die „Geh-Allee“ mit sich bringt. Sie plant, sogenannte „Linsen“ und Rüttelstreifen an Kreuzungsbereichen einzuführen, um Radfahrer zu verlangsamen. Diese Maßnahmen werden von Julia Girardi-Hoog von Gender Planning unterstützt, die das Experimentieren mit neuen Ideen für notwendig hält.

Schwächen im Plan?

Trotz der positiven Ansätze gibt es auch kritische Stimmen. Frey weist auf die Probleme beim Wechsel der Radhauptroute am Schwarzenbergplatz hin. Cornelia Dlabaja von der FH Wien bemängelt, dass der Schwedenplatz in den bisherigen Planungen fehlt, was für den Tourismus von Bedeutung ist. Die Umbaupläne für den Schwedenplatz wurden aus Kostengründen auf Eis gelegt, was Dlabaja dazu veranlasst, mehr Aufmerksamkeit für den Gürtel und den Schwarzenbergplatz in der Stadtplanung zu fordern.

Die Tatsache, dass der Radverkehr am Ring seit 2014 zugenommen hat und für 2024 bereits knapp 1,8 Millionen Radfahrten registriert wurden, untermauert die Notwendigkeit von umfassenden Änderungen. Im Jahr 2024 kam es zudem zu 73 Verkehrsunfällen mit Personenschaden, bei denen Radfahrende betroffen waren – ein besorgniserregender Anstieg von 97 Prozent seit 2018. Daher ist das Konzept „Platz für alle am Ring“, das der ÖAMTC am 26. Februar 2026 vorgestellt hat, ein zentraler Schritt. Es sieht eine Trennung von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr vor und beinhaltet einen baulich getrennten Zwei-Richtungs-Radhighway, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Vision Zero und Zukunftsperspektiven

Im Kontext dieser Entwicklungen steht die „Vision Zero“, die darauf abzielt, im Straßenverkehr keine Toten oder Schwerverletzten zuzulassen. Das Verkehrssicherheitsprogramm 2021-2030 des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) unterstützt Initiativen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Zweiradfahrende, einschließlich Rad, Pedelec und E-Scooter. Hierbei werden sowohl investive als auch nicht investive Maßnahmen gefördert, um das Unfallrisiko zu minimieren.

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Zusätzlich wird durch das Konzept „Gemeinsam mehr bewegen“ des ÖAMTC der Ausbau von Öffi-Verbindungen und innovative Lösungen zur Aufwertung des öffentlichen Raums vorangetrieben. Diese umfassenden Pläne spiegeln den Wunsch der Stadtgesellschaft wider, den öffentlichen Raum zurückzufordern und eine sichere, einladende Umgebung für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen.