Wien geht neue Wege in der Darmkrebsfrüherkennung: Testkits für mehr Vorsorge und Gesundheit
Vor einem Monat hat Wien einen bemerkenswerten Schritt in der Darmkrebsfrüherkennung unternommen. Anstatt gleich zur Koloskopie zu greifen, können Wienerinnen und Wiener jetzt ein kostenloses Testkit nach Hause bestellen. Das klingt doch schon mal viel entspannter, oder? Im Juni haben 5.000 Personen zwischen 45 und 75 Jahren, die in den letzten zehn Jahren keine Koloskopie hatten, ein Einladungsschreiben erhalten. Und wisst ihr was? 2.000 von ihnen haben tatsächlich ein Testkit angefordert. Das zeigt doch, dass das Interesse da ist! Rund 1.000 Tests wurden bereits eingesendet und ausgewertet – und dabei waren 21 Proben auffällig. Das macht nachdenklich.
Der Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat sich über den Start des Programms positiv geäußert. Und das ist auch kein Wunder, denn bei einem positiven Befund wird innerhalb von 14 Tagen ein Termin für eine Darmspiegelung garantiert. Sollte es zu Verzögerungen im niedergelassenen Bereich kommen, springen Endomed Wien Mitte und das Franziskusspital ein und kümmern sich um den Termin. Man kann also sagen, dass die Stadt alles tut, um die Hemmschwelle zur Darmkrebsvorsorge zu senken. Das Programm ist eine tolle Ergänzung zur bereits bestehenden kostenlosen Koloskopie. Es orientiert sich an den EU-Empfehlungen und den Richtlinien des Nationalen Screening-Komitees für Krebserkrankungen.
Wichtige Zahlen zur Vorsorge
Für alle, die zwischen 45 und 75 Jahre alt sind, ist ein FIT-Test alle zwei Jahre oder eine Koloskopie alle zehn Jahre vorgesehen. In Wien gibt es ungefähr 700.000 Menschen in dieser Altersgruppe – und von diesen sollen bis Mai 2027 etwa 540.000 ein Einladungsschreiben erhalten. Wow, das sind wirklich viele! Aber wie steht es um die allgemeine Wahrnehmung der Darmkrebsfrüherkennung? Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), macht darauf aufmerksam, dass Präventionsangebote im Gesundheitswesen oft unterbewertet sind. Prävention bedeutet, langfristig Krankheiten und schwere Verläufe zu verhindern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zahnmedizin: Karies ist bei Kindern und Jugendlichen selten geworden, was den vielen Präventionsmaßnahmen zu verdanken ist.
Die Darmkrebsfrüherkennung ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Methode, um Darmkrebs zu verhindern. Man kann zwischen zwei Möglichkeiten wählen: den Test auf Blut im Stuhl alle zwei Jahre ab 50 Jahren oder die Vorsorge-Darmspiegelung, die ab 50 Jahren zwei Mal im Leben alle zehn Jahre durchgeführt werden kann. Während die Stuhluntersuchung weniger aufwendig, aber auch unsicherer ist, lassen sich bei der Koloskopie Befunde sofort entfernen. Doch trotz dieser Optionen sind die Nutzerzahlen der Darmkrebsfrüherkennung zu niedrig. Oft sind es Scham, Angst oder fehlende Aufklärung, die die Menschen davon abhalten, diese wichtigen Tests in Anspruch zu nehmen.
Gesundheitskompetenz und Aufklärung
Die KBV hat auch einige Ziele in petto: Eine dritte Vorsorgeuntersuchung für ältere Menschen soll eingeführt werden, und bei familiärem Risiko wäre eine frühere Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren sinnvoll. Außerdem wird an Materialien für Praxen gearbeitet, um die Ansprache zur Vorsorge zu intensivieren und die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen. Denn die nimmt leider ab. Der Bedarf an gesundheitlicher Bildung in Schulen und Kindergärten ist also mehr als gegeben.
Und was sagt die Forschung dazu? Laut dem Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft sind Screening-Programme essenziell, um die Inzidenz von Darmkrebs zu senken. Zahlreiche Studien belegen, dass durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen das Risiko von Darmkrebs und damit verbundenen Todesfällen deutlich verringert werden kann. So wird es auch immer wieder empfohlen, an der Darmkrebsfrüherkennung teilzunehmen – ganz nach dem Europäischen Kodex gegen Krebs.
Mit all diesen Informationen im Hinterkopf wird klar, wie wichtig es ist, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Die Initiative in Wien ist ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht motiviert es ja den ein oder anderen, sich mal wieder um die eigene Vorsorge zu kümmern. Und das ist schließlich die beste Vorsorge, die man sich wünschen kann.
Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom / VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.
