Es war ein ganz normaler Feiertag in Wien-Floridsdorf, als ein Vater mit seinem fünfjährigen Sohn in der Brünnerstraße einen schrecklichen Schock erlebte. Der kleine Bub spielte im Nebenzimmer, doch nach einiger Zeit blieb es still. Der Vater, zunächst unbesorgt, ging nachsehen und stellte fest, dass sein Sohn nicht mehr dort war. Das Fenster, das zuvor geschlossen war, stand weit offen. Mit einem mulmigen Gefühl blickte er hinaus und sah sein Kind reglos auf der Wiese liegen. In diesem Moment wurde ihm klar, was geschehen war. Schnell alarmierte er die Einsatzkräfte, die rasch eintrafen und den Jungen notfallmedizinisch versorgten. Schwer verletzt wurde er in ein Wiener Krankenhaus gebracht.
Dieser Vorfall hat nicht nur die Familie erschüttert, sondern wirft auch ein grelles Licht auf ein ernstes Problem: Fenster- und Balkonstürze bei Kindern. Es ist tragisch, aber in den letzten 15 Jahren gab es in Österreich insgesamt 191 solcher Stürze. Besonders gefährdet sind Kinder im Alter von 9 Monaten bis 5 Jahren, die in 77 % der Fälle betroffen sind. So wie der kleine Junge aus Floridsdorf, der sich in einem Moment der Unachtsamkeit in Gefahr brachte.
Alarmierende Statistiken
Die Präventionsinstitution KFV warnt eindringlich vor einem erhöhten Risiko für Fenster- und Balkonstürze, insbesondere jetzt, wo die Temperaturen steigen und die Fenster wieder häufiger geöffnet werden. Die meisten Stürze ereignen sich zwischen März und August, mit Wien an der Spitze der Statistik. Dort gab es 58 Fälle allein in den letzten Jahren. Man könnte fast sagen, dass es ein schreckliches Ritual ist, das sich immer wiederholt.
Aufhorchen lässt auch die Tatsache, dass Stürze aus nur einem Meter Höhe tödlich sein können, insbesondere in höheren Stockwerken. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass der Vorfall in Floridsdorf nicht der erste seiner Art war. Am 20. Mai fiel ein neunjähriger Junge aus dem vierten Stock in Wien-Hietzing und überlebte glücklicherweise ohne äußere Verletzungen. Es ist ein Wunder, dass nicht mehr Kinder solche Stürze überleben.
Prävention ist das A und O
Um solche Unfälle zu verhindern, gibt die KFV einige wichtige Sicherheitstipps: Fenster und Balkontüren sollten mit versperrbaren Griffen ausgestattet sein, und Mobiliar sollte nicht in der Nähe von Fenstern stehen. Reizvolle Gegenstände auf Fensterbrettern können kleine Entdecker dazu verleiten, gefährliche Abenteuer zu wagen. Ein weiteres Augenmerk sollte auf den Schlüssel für Fenstersicherungen gelegt werden; dieser sollte außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Es ist erschreckend, wie schnell ein Moment der Unachtsamkeit in einer Katastrophe enden kann. Der Vorfall in Floridsdorf erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Kinder bei geöffneten Fenstern niemals unbeaufsichtigt zu lassen. Die Sicherheit unserer Kleinen sollte immer an erster Stelle stehen, denn wie heißt es so schön? „Einmal nicht aufgepasst, und es kann alles passieren.“ Es ist ein Thema, das uns alle betrifft und das dringend Beachtung braucht.