Heute ist der 27.04.2026 und der 13. Gemeinderat der Wiener Gemeinderätinnen und Gemeinderäte hat am Montagvormittag in Hernals seine Pforten geöffnet. Im Fokus standen gleich mehrere brisante Themen, die nicht nur die Sport- und Integrationspolitik betreffen, sondern auch die Haltung der Stadt zur Kernenergie. Eine Resolution, die von den Parteien SPÖ, NEOS, FPÖ, Grünen und ÖVP als Allparteienantrag eingebracht wurde, bekräftigt die ablehnende Haltung der Stadt zur Kernenergie. Die Bundesregierung wird ersucht, sich gegen die Einstufung der Kernenergie als nachhaltige Investition auszusprechen.
In der „Fragestunde“ wurde unter anderem über die Situation in den Kindergärten diskutiert. Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) berichtete, dass der Kinderbetreuungsverein Abendstern 490.000 Euro Fördergeld zurückgezahlt hat. Für städtische Kindergärten liegen die durchschnittlichen Kostensätze bei 13.500 Euro pro Jahr, während private Träger mit 9.090 Euro deutlich günstiger sind. Dabei ist bemerkenswert, dass städtische Einrichtungen über mehr Integrations- und heilpädagogische Gruppen verfügen, was die höheren Personalkosten erklärt.
Integration und Sportförderung im Blickpunkt
Ein weiterer zentraler Punkt auf der Tagesordnung war die Integration. In der „Aktuellen Stunde“ äußerten sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte kritisch über den fehlenden Integrationsmonitor. Caroline Hungerländer von der ÖVP sprach von einem „Totalversagen“ der Stadt, während Alexandra Rezaei (SPÖ) die Integrationsproblematik erkannte und auf das fehlende Personal bei der Polizei hinwies.
Die Sportförderung wurde ebenfalls intensiv behandelt, insbesondere im Hinblick auf die Special Olympics 2026 in Wien. Der Förderbeitrag für den Sport wird um 12,5 Prozent erhöht. Dabei wurde die Bedeutung des Sports für die Gemeinschaft hervorgehoben. GRin Ingrid Korosec (ÖVP) betonte die verbindende Rolle des Sports und forderte parteiübergreifende Unterstützung für die Special Olympics. Die Veranstaltung wird nicht nur als sportliches Highlight betrachtet, sondern auch als Chance für Inklusion und soziale Teilhabe von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Der Verein Special Olympics Österreich, Landesverband Wien, erhält ebenfalls Fördermittel.
Vielfalt und Herausforderungen im Sport
Ein neues Stadion des Sport-Clubs in Hernals feierte die Eröffnung und bietet Platz für bis zu 5.600 Zuschauerinnen und Zuschauer. Es erhält die UEFA-Freigabe für verschiedene Sportarten, darunter Frauenfußball und American Football. Dennoch kritisierte GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE) die bestehenden Benachteiligungen für Menschen mit Behinderungen in Wien und wies auf die Wartelisten für vollbetreute Wohnplätze hin.
Auch der Neubau eines Verwaltungs-/Funktionsgebäudes in der Erzherzog-Karl-Straße 108 wurde genehmigt und soll die Rahmenbedingungen für die sportliche Betätigung von Kindern verbessern. GRin Yvonne Rychly (SPÖ) hebt die Bedeutung dieser Initiative hervor und betont die bereits erwähnte Erhöhung der Sportförderung.
Insgesamt zeigt die Sitzung des Gemeinderats, dass Wien sich sowohl um die Förderung des Sports als auch um die Integration seiner Bürgerinnen und Bürger bemüht. Die Herausforderungen sind groß, doch die Entschlossenheit, gemeinsam Lösungen zu finden, ist stark ausgeprägt. Die politische Unterstützung für die Special Olympics und die allgemeinen Sportinitiativen sind dabei klare Indikatoren dafür, dass Inklusion und Gemeinschaft im Wiener Sport eine zentrale Rolle spielen.