Hoffnung in der Scheydgasse: Lebensmittelausgabe als Lichtblick in Floridsdorf
Im Herzen von Floridsdorf, genauer gesagt in der Scheydgasse 21, öffnet jeden Dienstag die Lebensmittelausgabe der Volkshilfe Wien ihre Türen. Bereits ab 6 Uhr morgens stehen die ersten Menschen in der Schlange, um ein Lebensmittelpaket zu erhalten. Die Wartenden haben oft einen langen Weg hinter sich – bei jedem Wetter, sei es Regen oder Sonnenschein, ziehen sie sich warm an und machen sich auf den Weg zur Ausgabe. Die Schlange reicht manchmal bis zur Kreuzung, und das Bild ist oft das gleiche: Frauen mit Kinderwagen, ältere Menschen mit ihrer Mindestpension und auch geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Um 8 Uhr beginnt die Ausgabe, und innerhalb von nur zwei Stunden werden 250 Pakete verteilt. Ein bemerkenswerter Anblick, der gleichzeitig ein Schlag ins Gesicht ist – die Not ist groß, und der Bedarf an Lebensmitteln wächst stetig.
Die Pakete, die hier ausgegeben werden, enthalten alles, was man zum Überleben braucht: Reis, Nudeln, Mehl, Öl, Hülsenfrüchte und H-Milch. Tafel Österreich stellt wöchentlich frische Lebensmittel wie Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln zur Verfügung, doch die Nachfrage übersteigt oft das Angebot. An manchen Tagen müssen 30 bis 40 Personen abgewiesen werden, weil die Kapazitäten einfach nicht ausreichen. Die Bezugsberechtigung ist klar definiert: Personen mit Wohnsitz in Wien und einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.830 Euro netto können sich registrieren und einmal im Monat zwei Lebensmittelpakete abholen, die einen Gesamtwert von etwa 20 Euro haben. Diese Regelung hilft vielen, die in prekären Verhältnissen leben.
Die Gesichter hinter der Hilfe
Unter den freiwilligen Helfern finden wir Andi, 61 Jahre alt. Früher war er selbst Bezugsberechtigter, jetzt gibt er seine Zeit, um anderen zu helfen. Er lebt von Notstandshilfe, etwa 1.230 Euro im Monat, und kocht täglich selbst. Bei der Ausgabe darf auch er einmal im Monat ein Lebensmittelpaket mitnehmen. „Es ist wichtig, dass man nicht vergisst, wo man herkommt“, sagt Andi und lächelt. Seine Kollegin Alexandra, 51, ist ebenfalls ehrenamtlich aktiv. Sie lebt von AMS-Geld, Familienbeihilfe und ihren Ersparnissen. Beide sind ein Teil eines Teams, das unermüdlich arbeitet, um die Lebensmittelausgabe möglich zu machen.
Es ist kein Geheimnis, dass die Teuerung auch Menschen betrifft, die früher finanziell stabil waren. Auf dem Tisch der Volksküche sieht man die Preisanstiege deutlich: Speiseöle sind um bis zu 90 Prozent gestiegen, Joghurt und Eier kosten mittlerweile bis zu 25 Prozent mehr. Für viele, die ohnehin schon an der Grenze leben, wird der Einkauf zum Drahtseilakt. Lebensmittelpakete mit haltbaren Lebensmitteln – Reis, Nudeln, Konserven – werden dringend benötigt, und der Bedarf hat sich seit 2021 bereits verdoppelt. Es ist ein eindringlicher Appell an die Gesellschaft, rasche und unbürokratische Hilfe zu leisten.
Gemeinsam stark gegen Armut
In Deutschland sind über 13 Millionen Menschen armutsgefährdet, und viele sind von sozialer Ausgrenzung bedroht. Eine ähnliche Tendenz ist auch hier zu beobachten. Die Armutsquote bleibt trotz steigendem Bruttoinlandsprodukt konstant hoch. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, junge Erwachsene und ältere Frauen. Die Ursachen sind vielschichtig: Niedriglöhne, steigende Mieten und Kaufkraftverluste durch Inflation machen es vielen unmöglich, über die Runden zu kommen. Es ist ein Kampf, den viele Menschen führen, oft ohne dass die Öffentlichkeit es bemerkt.
Die Lebensmittelausgabe der Volkshilfe Wien ist ein Lichtblick in dieser dunklen Zeit. Ehrenamtliche und Zivildiener leisten wichtige Arbeit, ohne die diese Initiative nicht möglich wäre. Über 77.000 Ehrenamtliche engagieren sich bei ähnlichen Projekten in Deutschland, und ihr Einsatz ist entscheidend für die Unterstützung der Bedürftigen. Wenn auch Sie helfen möchten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren. Ob bei der Lebensmittelausgabe oder in anderen sozialen Projekten – jede Hand zählt, und jede Geste der Solidarität macht einen Unterschied.
Die Bilder aus der Scheydgasse sind berührend und gleichzeitig zum Nachdenken anregend. Inmitten von Armut und Not stehen Menschen auf, um anderen zu helfen, und das ist eine Botschaft, die Hoffnung gibt.
Technisch repräsentiert unser mit VeloCore neu aufgesetztes Magazin den aktuellen Stand für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und langfristig wartbar. Daniel Wom hat mit dieser Umsetzung eine langlebige und leistungsstarke Plattform geschaffen.
