In den Wiener Bezirken Favoriten, Ottakring und Hernals herrscht Alarmstimmung. Fehlende Polizeikräfte sorgen für besorgte Bürger, die sich nach mehr Sicherheit sehnen. Die Bezirksvorsteher Stefanie Lamp und Peter Jagsch, beide von der SPÖ, schlagen Alarm und haben bereits im Vorjahr eine Petition für die Einstellung von 100 zusätzlichen Polizistinnen und Polizisten ins Leben gerufen. „Wir können nicht länger tatenlos zusehen“, so der Tenor der beiden. Die Initiative „Mehr Polizei für Wien“, angestoßen von Marcus Franz, erhält kräftigen Rückenwind. In Zeiten, in denen die Sicherheitsbedenken in der Bevölkerung zunehmen, wird der Ruf nach mehr Polizeipräsenz immer lauter.
Die Lage in den betroffenen Bezirken ist ernst. Die Personalsituation wird als „schockierend“ bezeichnet. Im Stadtpolizeikommando Ottakring, das für die Bezirke 16 und 17 zuständig ist, gibt es zwar 269 Planstellen, doch tatsächlich sind nur 197 Beamte im Dienst – ein Mangel, der sich in der täglichen Polizeiarbeit bemerkbar macht. Gespräche mit dem Innenminister brachten bisher keine Besserung, und die Anwohner sind zunehmend frustriert. Es ist nicht nur die Zahl der Polizisten, die zählen sollte, auch die gerechte und transparente Verteilung der Kräfte auf ganz Österreich liegt den Initiatoren am Herzen.
Steigende Sicherheitsbedenken
Ein Blick auf die aktuelle Kriminalitätslage zeigt, dass die Sorgen der Bürger nicht unbegründet sind. Die Zunahme von Straftaten und Vandalismus trägt zur Verunsicherung bei. Zahlreiche politische Vertreter unterstützen die Forderung nach mehr Personal, denn die Notwendigkeit einer erhöhten Polizeipräsenz ist für viele unbestreitbar. Die Wiener Polizei hat zwar bereits reagiert und plant verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit, doch die Frage bleibt: Reichen diese Maßnahmen aus?
Die Stadt Wien selbst hat in den letzten Monaten verstärkt auf Sicherheitsmaßnahmen gesetzt. Bürgermeister Michael Ludwig zog Bilanz über die Sicherheitslage in der Stadt und betonte, dass Wien trotz seines Rufs als eine der sichersten Millionenstädte nicht von Unsicherheitsgefühlen verschont bleibt. Die Durchsetzung der Wiener Hausordnung hat dabei oberste Priorität. Am Praterstern gilt ein striktes Alkohol- und Waffenverbot, und auch in Favoriten wird die Polizeipräsenz verstärkt, um potenziellen Regelverstößen entgegenzuwirken.
Maßnahmen und Erfolge
Die Stadt hat seit Jänner 2025 bereits zahlreiche Schwerpunkt-Aktionen durchgeführt. Mit einem Team aus Polizei, städtischen Einsatzkräften und Sozialarbeitern wird der öffentliche Raum kontrolliert. Über 370 Betriebe wurden überprüft, und die Ergebnisse zeigen: Es gibt Handlungsbedarf. Auch die technischen Aufrüstungen im öffentlichen Verkehr wurden nicht vernachlässigt. 4 Millionen Euro flossen in die Verbesserung der Sicherheit an unterirdischen Straßenbahn-Haltestellen – das gibt ein gutes Gefühl.
Doch trotz aller Bemühungen bleibt die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichend sind, um die wachsenden Sicherheitsbedenken der Bevölkerung zu zerstreuen. Der direkte Austausch mit den Bürgern über mobile Anlaufstellen zeigt zwar Engagement, doch die Sorgen bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt eine Lösung findet, um den Druck der Bezirke ernsthaft zu adressieren und für mehr Sicherheit zu sorgen.