Flüsterasphalt und grüne Wände: Wiens kreative Antwort auf den Lärm der Stadt
Heute ist der 19.07.2026 und in den Straßen von Favoriten wird wieder einmal deutlich, wie wichtig die Frage nach Lärm und Ruhe in unseren Städten ist. Lärm ist in der Großstadt ein ständiger Begleiter und oft nicht zu vermeiden. Doch die Stadt Wien gibt sich große Mühe, um die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern. MeinBezirk hat bei der MA 22 – Umweltschutz nachgefragt, welche Lärmschutzmaßnahmen in Wien zum Einsatz kommen. Und die Antworten sind vielversprechend!
Ein wichtiger Bestandteil der Lärmminderung ist der sogenannte Flüsterasphalt. Dieser spezielle Asphalt hat eine offenporige Struktur, die nicht nur Schallwellen absorbiert, sondern auch dafür sorgt, dass sich bei glatten Oberflächen kein Air-Pumping-Effekt entwickelt. Das ist besonders relevant für die Reifen-Fahrbahn-Geräusche, die uns beim Fahren oft auf die Nerven gehen. Man könnte sagen, Flüsterasphalt ist der stille Held der Straßen, denn er kann den Lärm um bis zu 10 dB(A) reduzieren – ganz schön beeindruckend, oder?
Innovationen im Lärmschutz
Aber das ist noch nicht alles! Wien testet in Meidling die erste offene Lärmschutzwand der Stadt. Diese innovative Wand ist nicht nur ein bauliches Element, sondern auch durchlässig für Menschen sowie für Fauna und Flora. Das klingt nach einer echten Win-Win-Situation! Die Wand wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und kann begrünt werden, was nicht nur gut aussieht, sondern auch positive Auswirkungen auf den Umgebungslärm hat. Die Fassadengebundenen Begrünungssysteme, wie beispielsweise die Fassade der MA 48, zeigen bereits jetzt, wie effektiv diese Maßnahmen sein können.
Doch was nützt all das, wenn der Verkehr nicht reduziert wird? Verkehrberuhigende Maßnahmen und eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs sind deshalb ebenso wichtig. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt entscheidend von der Lärmquelle ab. Wenn wir den Verkehr nicht eindämmen, bringt die beste Lärmschutzwand oder der beste Asphalt nur bedingt etwas. Ein weiterer interessanter Fakt: Eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 km/h kann den Mittelungspegel um etwa 2,6 dB(A) senken – da merkt man die Veränderung deutlich.
Die Vor- und Nachteile von Flüsterasphalt
Flüsterasphalt hat viele Vorteile. Während der Lärmminderungsprozess bei Geschwindigkeiten über 60 km/h besonders effektiv ist, gibt es einige Voraussetzungen für den Einbau. Fließender Verkehr ohne häufiges Anfahren und Abbremsen ist ein Muss. Auch sollte der Anteil von Schwerlastverkehr gering sein. Das klingt vielleicht nach vielen Bedingungen, aber die Vorteile sind es wert: Messbare Lärmminderung von bis zu 8 dB(A), weniger Aquaplaning und ein verbesserter Wasserablauf – alles Dinge, die uns das Leben einfacher machen.
Dennoch gibt es auch einige Nachteile. Die Lebensdauer von Flüsterasphalt liegt nur bei 8 bis 12 Jahren – im Vergleich zu dichterem Asphalt, der bis zu 20 Jahre hält, ist das eher kurz. Zudem lässt die Lärmminderung mit der Zeit nach, da die Hohlkammern verstopfen können. Also, wie so oft im Leben: Nichts ist perfekt. Aber im Vergleich zu anderen Lärmschutzmaßnahmen, wie etwa Lärmschutzwänden, die zwar dauerhaft, aber auch kostspielig sind, bietet Flüsterasphalt eine technische Lösung, die in Städten wie Wien dringend benötigt wird.
Die Frage nach der Ruhe in unseren Städten wird uns auch weiterhin beschäftigen. Doch die Stadt Wien zeigt mit ihren Maßnahmen, dass man durchaus kreativ und nachhaltig mit dem Thema umgehen kann. Es bleibt spannend, wie sich diese Entwicklungen in Zukunft gestalten werden. Die Bewohner von Favoriten dürfen auf ein bisschen mehr Ruhe hoffen – und das ist doch schon einmal ein Anfang!
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