In der Donaustadt, wo die Donau plätschert und der Alltag manchmal ein wenig langsamer vor sich hin läuft, gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Energie. Das Momentum Institut hat eine spannende Analyse veröffentlicht, die sich mit den Gewinnen der Landesenergieversorger befasst. Und dabei sticht vor allem eines ins Auge: Wien Energie, unser heimischer Versorger, ist der einzige, der im Jahr 2025 keinen Übergewinn verzeichnen kann. So wird die Situation für die Wiener Energieversorgung gleich doppelt interessant.

Die Analyse zeigt, dass die Gewinne der neun Landesenergieversorger insgesamt rund zwei Milliarden Euro betragen und sich damit ein Übergewinn von etwa 987 Millionen Euro im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2021 ergibt. Um das klarer zu machen: Ein Übergewinn ist jener Gewinn, der über dem Durchschnitt der besagten Jahre liegt. Wien Energie hingegen hat 2025 nur einen Gewinn von 76 Millionen Euro erzielt – das ist deutlich unter dem durchschnittlichen Gewinn von 211 Millionen Euro, den das Unternehmen vor der Energiekrise erzielt hat. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Einmal sind da die höheren Aufwendungen durch den Ausstieg aus russischem Gas, und dann gibt es noch Rückstellungen für den Kauf eines Windparks. Das klingt, als ob Wien Energie sich in der Übergangsphase befindet, nicht wahr?

Die Verteilung der Übergewinne

<pWährend Wien Energie also auf der Bremse steht, haben die anderen Landesversorger während der Energiekrise ganz andere Höhenflüge erlebt. Von Anfang 2022 bis Ende 2024 wurden insgesamt Gewinne von 6,5 Milliarden Euro erzielt, wobei die Übergewinne sogar 3,4 Milliarden Euro ausmachen – mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen! Das Momentum Institut hat auch aufgeschlüsselt, wer am meisten von diesem Kuchen abbekommen hat. Kelag Kärnten führt mit 23 Prozent, gefolgt von Wien Energie mit 18 Prozent und EVN mit 15 Prozent. Man könnte sagen, da wird ordentlich gegessen am großen Tisch der Energieversorger.

In einem anderen Licht betrachtet, stellt sich die Frage, ob diese Übergewinne auf Dauer tragbar sind. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass nur 30 % der Energiemarktakteure im Jahr 2023 mit steigenden Umsätzen rechnen – der Rest ist skeptisch. Das zeigt, dass die Branche vor Herausforderungen steht. 87 % der Befragten sind zwar optimistisch bezüglich der langfristigen Stabilität, vor allem durch technologische Fortschritte und den Ausbau erneuerbarer Energien. Aber kurzfristig gibt es viele Fragezeichen, und das Wort Bürokratie fällt hierbei nicht selten.

Technologische Herausforderungen und Chancen

<pDie Unternehmen, die Umsätze über 200 Millionen Euro haben, scheinen etwas optimistischer zu sein. Das liegt vielleicht daran, dass sie mehr Ressourcen haben, um in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu investieren. 89 % der Befragten sehen großes Potenzial in KI, was ein Anstieg von 20 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr ist. Da wird nicht nur über die Zukunft der Energieversorgung nachgedacht, sondern auch darüber, wie man den Alltag der Kunden effizienter gestalten kann – von Lastprognosen bis zur Wartungsplanung.

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<pWas die Dekarbonisierung angeht, haben 73 % der Unternehmen eine klare Strategie. Doch die größte Herausforderung bleibt die Umsetzung, vor allem durch langwierige Genehmigungsverfahren und mangelnde öffentliche Akzeptanz. Das sind alles Themen, die die Branche auf Trab halten. Und während Wien Energie auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung ist, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.

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