Am Donnerstag war es endlich so weit: Im prächtigen Salon Karlsplatz des Künstlerhauses wurde Thomas Schäfer-Elmayer mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt. Ein Moment, der für viele eine längst überfällige Anerkennung seines außergewöhnlichen Beitrags zur Wiener Kultur darstellt. Wer könnte besser für eine solche Auszeichnung geeignet sein? Sein Einfluss auf die Wiener Ballkultur ist nicht nur bemerkenswert, er ist schlichtweg unersetzlich.
Die Laudatio hielt die charismatische Sabine Haag, die in ihrer Ansprache nicht nur Schäfer-Elmayers Verdienste würdigte, sondern auch seine Fähigkeit, den Respekt, die Aufmerksamkeit und die Verantwortung, die mit der Wiener Tradition des Tanzes einhergehen, an neue Generationen weiterzugeben. Der Empfang im eleganten Hotel Imperial, der im Anschluss an die Zeremonie stattfand, war sicherlich ein weiterer feierlicher Höhepunkt des Abends. Man kann sich nur vorstellen, wie viele Geschichten und Erinnerungen in den Gläsern der festlich gekleideten Gäste schwebten!
Ein Leben für den Tanz
Geboren 1946 in Zell am See, hat Thomas Schäfer-Elmayer seit 1987 die Tanzschule Elmayer in Wien geleitet. In dieser Zeit hat er nicht nur tausende von Schülern in die Kunst des Tanzens eingeführt, sondern auch als Experte für Etikette und gesellschaftliche Umgangsformen große Bekanntheit erlangt. Wer kennt ihn nicht aus der beliebten ORF-Sendung „Dancing Stars“? Mit seinen Büchern, Vorträgen und Trainings hat er den Wiener Tanzstil nicht nur bewahrt, sondern auch revitalisiert.
Ein echter Kunst- und Kulturliebhaber ist er, der die Wiener Tradition als lebendige Kultur versteht. Seine Leidenschaft spiegelt sich in allem wider, was er tut. Die Wiener Ballkultur, die seit dem 15. Jahrhundert besteht und ihren Höhepunkt in der Ballsaison mit rund 450 Bällen jährlich erreicht, ist für Schäfer-Elmayer nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Der Wiener Walzer, der im Dreivierteltakt getanzt wird und zur feinen Gesellschaft gehört, ist für ihn kein verstaubter Brauch, sondern ein lebendiges Element der Wiener Identität.
Die Wiener Ballkultur im Wandel der Zeit
Die Ballveranstaltungen in Wien, die seit Jahrhunderten Tradition haben, sind ein wahres immaterielles Kulturgut. Der Begriff „Ball“ stammt vom lateinischen „ballare“, was so viel wie „tanzen“ bedeutet. Schon zu Maria Theresias Zeiten fanden in der Kaiserresidenz Maskenbälle und Redouten statt. Diese festlichen Zusammenkünfte dienten damals vor allem der Einführung von Jungdamen und Jungherren in die Gesellschaft. Heute stehen Unterhaltung und das Knüpfen neuer Kontakte im Vordergrund, und dennoch bleibt die Ballzeremonie ein bedeutender Bestandteil der Wiener Kultur.
Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Der Kongress tanzt“ – ein Hinweis auf die Festveranstaltungen des Wiener Kongresses 1814/1815, die in der Hofburg stattfanden. Der Wiener Opernball ist nach wie vor das Herzstück der Ballsaison und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie die Menschen im eleganten Zwirn über das Parkett schweben, während die Klänge der Philharmoniker durch den Saal hallen. Ein Anblick, der sowohl nostalgisch als auch zukunftsweisend ist.
Mit seiner Arbeit hat Thomas Schäfer-Elmayer einen unverzichtbaren Beitrag geleistet, um diese Tradition lebendig zu halten. Seine Leidenschaft für den Tanz und die Kultur Wiens wird auch in Zukunft Generationen inspirieren und erfreuen.