In der Donaustadt ist es ruhig geworden an einem Ort, der vielen Menschen ans Herz gewachsen ist: Die Bücherei am Schrödingerplatz hat ihre Pforten geschlossen. Der letzte Öffnungstag war am Freitag vergangener Woche, und mit ihm endete eine Ära. Warum? Das Gebäude soll abgerissen werden, denn Platz für eine Neubebauung muss geschaffen werden. Doch der Verlust ist schmerzhaft, und viele Nutzer zeigen sich unverständlich über die Entscheidung, die Bücherei einfach so zu schließen. Ein Ersatzstandort ist nicht in Sicht – das hat die Gemüter erhitzt.

Die Initiative von Daniela Ressi aus Donaustadt, die eine Petition für den Erhalt der Bücherei ins Leben rief, hat innerhalb weniger Tage über 550 Unterschriften gesammelt. Ein starkes Zeichen der Bürger! Richard Sterl, ein langjähriger Nutzer, äußert seine Kritik an der Politik und hinterfragt die Entscheidung, die für viele Familien, Kinder und Senioren eine wichtige Anlaufstelle war. „Die Erreichbarkeit des Schrödingerplatzes war für uns alle wichtig“, betont er. Die Stadt hingegen verweist auf andere Standorte in Kaisermühlen und Großfeldsiedlung, während der Bauzeit wird man sich dort umsehen müssen. Doch die Anwohner sind skeptisch, insbesondere angesichts der Eröffnung einer neuen städtischen Bücherei in der Seestadt – viele empfinden das als unzureichend.

Politische Reaktionen und Zukunftsausblick

Politische Reaktionen bleiben nicht aus. Die ÖVP-Donaustadt und die Grünen betonen den Verlust an öffentlicher Infrastruktur. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy von der SPÖ bedauert das Fehlen einer Ersatz-Bücherei während der Entwicklung des Areals. „Das ist einfach nicht akzeptabel!“, könnte man fast meinen, wenn man die Stimmen der Bürger hört. Auch Daniela Ressi fordert eine fixe Zusicherung der Stadt und eine wohnortnahe Übergangslösung – beispielsweise in Form eines temporären Containers. Die MA 13 plant, die Bücherei im neuen Gebäude unterzubringen, und verspricht, dass diese moderner und größer werden soll. Aber ob das ausreicht, um die Wogen zu glätten, bleibt fraglich.

Ein Blick über die Grenzen von Wien zeigt, dass die Problematik nicht nur hierzulande besteht. In Leverkusen stehen die Stadtteilbibliotheken in Opladen und Schlebusch ebenfalls vor der Schließung. Eine Entscheidung soll im Oktober fallen, nachdem das Thema bereits im Juli vertagt wurde. Auch dort gibt es eine Petition, die seit dem 22. August läuft und schon fast 1.800 Unterschriften gesammelt hat. Benjamin Diese hat die Petition initiiert. Die Unterstützer argumentieren, dass Bibliotheken weit mehr sind als nur Ausleihstationen. Sie fördern Lern- und Kulturangebote, Lesekompetenz und Integration. Besonders benachteiligte Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung wären von einer Schließung betroffen.

Die Stadt begründet die Schließungen mit Sparzwängen. Kritiker hingegen betonen die Bedeutung von Investitionen in Bildung – ein Thema, das in den letzten Jahren immer wieder auf der Agenda steht. Schulbibliotheken könnten die Lücken nicht füllen, da sie meist auf Ehrenamtliche angewiesen sind und nicht die Vielfalt bieten, die öffentliche Bibliotheken auszeichnen. Die mangelhafte Informationspolitik bezüglich der Schließungspläne hat einige Bürger überrascht und verärgert. Wird das Gehör der Unterzeichner die Politik tatsächlich beeinflussen können? Es bleibt spannend.

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In so einer Zeit ist es wichtig, zusammenzuhalten und die Stimme zu erheben. Die Zukunft unserer Bibliotheken liegt uns allen am Herzen, und nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass sie auch weiterhin bestehen bleiben. Ein Ort des Wissens, der Begegnung und der Inspiration darf nicht einfach verschwinden.