Radfahren in Wien: Zwischen Fortschritt und Stillstand
In Wien, der Stadt der Radfahrer, gibt es einiges zu berichten. Die VCÖ-Radfahrumfrage hat über 1.500 Radlerinnen und Radler befragt, wie sie die Radfahrfreundlichkeit in ihrem Bezirk bewerten. Das Ergebnis? Nun, es ist ein gemischtes Bild. 38 Prozent der Befragten finden ihren Bezirk radfahrfreundlich, während der Rest – also über die Hälfte – Verbesserungsbedarf sieht. Gerade in Döbling und Liesing gibt es viel Luft nach oben, denn diese beiden Bezirke sind die Schlusslichter in der Bewertung. Das ist schon ein bisschen traurig, wenn man bedenkt, wie schön es ist, mit dem Rad durch die Stadt zu cruisen.
Die Umfrage zeigt auch, dass sich viele Radfahrer unsicher fühlen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man sich die Infrastruktur ansieht. Viele beklagen den Mangel an Radabstellplätzen, insbesondere bei Geschäften und Freizeiteinrichtungen. Und während 52 Prozent den Zustand der Radwege als gut bewerten, empfinden nur 39 Prozent das Radfahren als wirklich sicher. Das lässt einen schon nachdenklich zurück. Über die Hälfte der Befragten – 68 Prozent – haben Probleme mit dem hohen Tempo des Kfz-Verkehrs. Und die Zahlen sind alarmierend: 79 Prozent berichten von einem mangelnden Sicherheitsabstand, wenn sie überholt werden. Dazu kommt, dass 83 Prozent oft neben parkenden Autos fahren müssen. Das Risiko von Dooring ist damit natürlich ein ständiger Begleiter.
Verbesserungen gefordert
Klara Maria Schenk vom VCÖ hat einen Vorschlag: Tempo-30-Zonen könnten eine kostengünstige Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit sein. Und das wäre doch mal ein Anfang! Über 71 Prozent der Befragten geben an, dass wichtige Ziele in ihrer Gemeinde gut mit dem Fahrrad erreichbar sind. Aber wenn wir ehrlich sind, das reicht nicht. Der VCÖ fordert dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Radfahrbedingungen in Gemeinden und Städten. Es herrscht Verbesserungsbedarf, vor allem in der Verkehrssicherheit und der Rad-Infrastruktur.
Die Umfrage zeigt, dass es viele Aspekte gibt, die optimiert werden müssen. Nur 38 Prozent empfinden das Radfahren als sicher, und nur 20 Prozent halten es für Kinder für sicher oder sehr sicher. Das sind nicht gerade ermutigende Zahlen. Viele wünschen sich mehr Platz zum Radfahren. 72 Prozent, um genau zu sein. Vielleicht sollten wir uns also ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir die Radfahrfreundlichkeit in unseren Bezirken verbessern können. Schließlich ist Radfahren nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund und kostengünstig.
Ein Schritt in die Zukunft
Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Viele Kommunalverwaltungen haben bereits Radverkehrsbeauftragte eingestellt, und es werden moderne Radinfrastrukturen in Städten und ländlichen Gebieten errichtet. Der Bund finanziert nun flächendeckend Radverkehrsinfrastruktur durch das Sonderprogramm „Stadt und Land“. Das zeigt, dass sich etwas tut. Die Bürgerinnen und Bürger fordern eine stärkere Förderung des Radverkehrs von der Kommunalpolitik. Und das ist gut so, denn der Radverkehr ist ein zentraler Bestandteil der nachhaltigen Verkehrswende, neben dem öffentlichen Nahverkehr und alternativen Antrieben.
Es bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge vonstattengeht. Die Bürgerinnen und Bürger haben klare Erwartungen, und es ist an der Zeit, dass diese auch ernst genommen werden. Sicher, direkt und lückenlos – so könnte ein ideales Radverkehrsnetz aussehen. Und seien wir ehrlich, es wird höchste Zeit, dass wir den Radfahrern in Wien die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdienen. Denn letztendlich profitieren wir alle davon, wenn das Radfahren sicherer und angenehmer wird.
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