Die Seele in Pastell: Alevtina Korens Porträts erzählen Geschichten
In einem kleinen Atelier im Herzen von Döbling, Wien, entfaltet sich die Magie der Kunst durch die talentierte Alevtina Koren. Die 38-jährige Künstlerin hat ihre Leidenschaft nicht nur entdeckt, sondern sie lebt sie mit jeder Pinselstrich. Ihre künstlerische Reise begann bereits im Kindesalter, als sie mit zwei Jahren ein einfaches Set von Markern fand und sich in die Welt des Zeichnens verliebte. Ein Geschenk von ihrer Tante, ein Kasten bunter Filzstifte, war der Funke, der das Feuer ihrer Kreativität entfachte. Von da an wusste sie, dass Kunst ihre Bestimmung ist – ein inneres Bedürfnis, das sie erfüllt und glücklich macht.
Besonders faszinieren sie weibliche Figuren und Gesichter, die in ihren Arbeiten eine eigene Geschichte erzählen. Sie betrachtet sie als stille Zeugen von Emotionen, Erinnerungen und Lebensgeschichten. Die innere Welt eines Menschen zu erforschen, ist Koren ein besonderes Anliegen. Mit Pastellfarben – ihrer Haupttechnik seit 2021 – fängt sie die subtile Schönheit ihrer Motive ein. Jedes Gesicht, das sie malt, wird zu einem intimen Gespräch mit der Seele, ein Spiegel des Herzens, der die Betrachter:innen in seinen Bann zieht.
Einblicke in die Kunst
Die Porträtmalerei ist ein zentrales Thema in Korens Schaffen. Sie widmet sich besonders der Darstellung älterer Menschen, deren Gesichter oft eine Tiefe und Geschichten erzählen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Während ihrer Ausbildung in der Republik Moldau, wo sie einen Bachelor in bildender Kunst an der Pädagogischen Universität Ion-Creangă erlangte, formte sie ihr künstlerisches Fundament. Zwischen 2011 und 2020 war sie in der angewandten Kunst aktiv und entwarf Designs für Glas, Seide und Leder. Diese Erfahrungen haben ihr ein feines Gespür für Materialien, Farben und Formen vermittelt – eine Grundlage, die sie nun in ihre freien Arbeiten einfließen lässt.
Döbling, mit seiner malerischen Natur und den bunten Menschen, bietet eine ständige Inspirationsquelle für Koren. Die Landschaften und Blumen, die sie ebenfalls malt, sind nicht nur Dekoration, sondern fangen die Atmosphäre und die emotionale Tiefe des 19. Bezirks ein. Komischerweise, während sie die Schönheit der Natur schätzt, bleibt die Faszination für Gesichter und die Geschichten dahinter ungebrochen. Schauspielerinnen der 1930er- bis 1950er-Jahre inspirieren sie dabei besonders. Ihre Werke sind ein Fenster in die Vergangenheit, ein nostalgisches Echo einer Zeit, die sie nie selbst erlebt hat.
Die Welt der Porträtmalerei
Die Bedeutung der Porträtmalerei reicht weit zurück – sie hat in der Antike bereits eine wichtige Rolle gespielt. Berühmte Maler wie Apelles und Zeuxis haben mit ihren Arbeiten die Grundlagen gelegt, doch auch im Mittelalter und der Renaissance blühte diese Kunstform auf. Koren, die sich auf die Darstellung von Menschen konzentriert, knüpft an diese lange Tradition an. Ihre Porträts sind mehr als nur Abbildungen; sie sind lebendige Erzählungen, die soziale Funktionen erfüllen und oft als Gedenk- oder Herrscherporträts in der Geschichte verankert sind.
Die Technik hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt. Von den Mumienporträts der römischen Zeit, die mit der Enkaustik-Technik erstellt wurden, bis zu den beeindruckenden Darstellungen von Künstlern wie Tizian oder Leonardo da Vinci, die mit ihren Innovationen in der Porträtkunst neue Maßstäbe setzten. Korens Arbeiten sind ein lebendiger Teil dieser Tradition – sie bringt ein Stück der Vergangenheit in die Gegenwart und lässt die Geschichten ihrer Modelle durch die Farben und Formen ihrer Kunst lebendig werden.
In Wien, wo die Kunstszene pulsiert, ist Alevtina Koren nicht nur eine Künstlerin, sondern eine Geschichtenerzählerin, die mit ihren Pastellfarben die Seele der Menschen einfängt. Ihre Werke laden dazu ein, innezuhalten, die Tiefe der Emotionen zu spüren und die Geschichten zu entdecken, die in jedem Gesicht verborgen sind.
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