In Vorarlberg tut sich was! Die Caritas Vorarlberg plant die Gründung eines Bürgerrats gegen Armut. Ein Vorhaben, das frischen Wind in die Diskussion über soziale Gerechtigkeit bringen könnte. Die Idee dahinter? Anliegen von armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Menschen sollen stärker in den Vordergrund gerückt werden. Es geht darum, offen über die Entwicklungen in der Armutslandschaft zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Der Bürgerrat wird aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern bestehen, die unabhängig beraten und Empfehlungen entwickeln sollen. Diese Empfehlungen sollen helfen, wie Gesellschaft, Politik und Verwaltung mit der Armutsentwicklung umgehen können und wie die soziale Sicherheit gestärkt werden kann.

Ein Blick in die Zahlen zeigt, wie dringend diese Initiative ist. Laut dem Armutsbericht der Statistik Austria sind im Jahr 2025 über 11.000 Personen in Vorarlberg von manifester Armut betroffen. Das sind 2,9 % der Bevölkerung! Und das ist noch nicht alles: Knapp 7.000 Menschen sind neu in die Armutsgefährdung gerutscht. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Caritas-Beratungsstellen berichten von verfestigten Armutssituationen, die oft nur schwer zu durchbrechen sind. Caritasdirektor Walter Schmolly weist darauf hin, dass politische Vorhaben und Regierungsprogramme nicht ausreichen, um die Armutsentwicklung wirksam zu bekämpfen. Die sozialen Auffangnetze, wie die Sozialhilfe, werden immer schwächer – ein Zustand, der alarmierend ist.

Ein Bürgerrat für Veränderungen

Um den Bürgerrat ins Leben zu rufen, benötigt die Caritas mindestens 1.000 Unterstützungserklärungen. Diese können von allen Personen mit Hauptwohnsitz in Vorarlberg, die älter als 16 Jahre sind, abgegeben werden. Es ist ein Aufruf an die Bevölkerung, sich aktiv an der Gestaltung ihrer sozialen Umgebung zu beteiligen. Es ist höchste Zeit, dass die Stimme der Menschen gehört wird, die unter Armut leiden oder gefährdet sind. Eine sachliche, lösungsorientierte Diskussion ist gefordert, die die Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt. Ein Bürgerrat könnte genau das ermöglichen – eine Plattform, auf der die Bevölkerung mit Politik und Verwaltung ins Gespräch kommt.

Doch was bedeutet Armut eigentlich? In Österreich können sich laut Caritas rund 261.000 Personen wichtige Grundbedürfnisse wie Heizen, Miete, vollwertige Mahlzeiten oder Kleidung nicht leisten. Diese Zahl ist zwar geringer als in den Vorjahren, aber immer noch alarmierend – 60.000 Personen mehr als vor der Teuerungskrise! Besonders erschütternd ist, dass rund 48.000 Kinder und Jugendliche in absoluter Armut leben. Ein Anstieg von 12.000 gegenüber den Vorjahren. Außerdem gelten 1,44 Millionen Menschen in Österreich als armutsgefährdet – das sind etwa 16 % der Gesamtbevölkerung! Unter diesen sind rund 600.000 Frauen, was bedeutet, dass Frauen ein höheres Armutsrisiko haben als Männer. Diese Zahlen machen deutlich: Es gibt keinen Grund, die Augen vor der Realität zu verschließen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Die Herausforderung, die Armut in den Griff zu bekommen, ist nicht nur eine politische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die EU hat mit ihrer Europa 2030-Strategie verschiedene Armutsmaße etabliert, die helfen sollen, die Situation zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Armutsgefährdet ist, wer ein Nettohaushaltseinkommen von weniger als 60 % des Median-Einkommens hat. Das relative Armutsmaß zeigt jedoch nicht, wie gut ein Haushalt mit diesem Einkommen auskommt. Da gibt es also noch viel zu entdecken und zu diskutieren.

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Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam anpacken. Wenn wir uns zusammenschließen und unsere Stimmen erheben, kann sich etwas bewegen. Der Bürgerrat könnte der erste Schritt in eine Richtung sein, die eine echte Veränderung verspricht. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir nicht nur zuschauen, sondern aktiv werden. Denn Armut betrifft uns alle – und nur gemeinsam können wir die sozialen Herausforderungen meistern, die vor uns liegen.