In der Brigittenau sorgt eine Petition für ordentlich Wirbel. Der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) hat sich mit einer Aktion, die den Titel „Fiaker raus aus dem Straßenverkehr“ trägt, in die Herzen von 20.000 Unterzeichnern geschlichen. Am 2. Juli 2026 wurden diese Unterschriften feierlich an Bürgermeister Michael Ludwig von der SPÖ übergeben. Ein eindringlicher Appell, der nicht nur von Herzen kommt, sondern auch von drückenden Temperaturen, die die Fiakerpferde in der Stadt ertragen müssen.

Die Hintergründe sind erschütternd: Während einer Hitzewelle standen die Fiakerpferde in der vollen Sonne, während einige Kutscher unter Sonnenschirmen Zuflucht suchten. Ein Bild, das man einfach nicht ignorieren kann! Die Unterzeichner dieser Petition fordern nicht nur ein Ende des Fiakerbetriebs bei Temperaturen über 30 Grad, sondern auch ein Hitzefrei für die Pferde. Jakob Innauer, der Kampagnenmanager des ÖTV, hat es treffend formuliert: Die Entscheidung über die Zukunft der Fiaker liegt in den Händen der Stadt Wien.

Zwischen Tradition und Tierleid

Die Fiaker, die als touristische Attraktion in Wien eine lange Tradition haben, stehen unter starkem Druck. Tierschutzorganisationen warnen schon lange vor den Bedingungen, unter denen die Pferde arbeiten müssen. Bei Temperaturen, die in der Stadt bis zu 38 Grad erreichen können, sind die Tiere permanent hohen Temperaturen, Lärm und drangvollen Enge ausgesetzt. Die Forderungen nach einem Fahrverbot ab 30 Grad gewinnen immer mehr an Bedeutung. Und das völlig zu Recht, denn die Pferde arbeiten oft mehrere Stunden auf glühendem Kopfsteinpflaster.

Die Situation ist nicht neu. Kritiker des Fiakerbetriebs gibt es schon seit Jahrzehnten, und Tierschutzorganisationen dokumentieren die Missstände bereits seit den 1990er Jahren. Offizielle Temperaturmessungen, die die tatsächlichen Bedingungen vor Ort erfassen, gibt es nicht. Die Tierschutz Austria hat sogar eine eigene Petition ins Leben gerufen, die ähnliche Ziele verfolgt: ein Fahrverbot ab 30 Grad, eine Verlegung der Fiakerstrecken an pferdegerechtere Orte und strengere gesetzliche Auflagen, die auch verpflichtenden Weidegang beinhalten.

Ein Blick auf Europa

Im Rest Europas sieht die Sache anders aus. In vielen Städten wurden Pferdekutschen aus Tierschutz- und Umweltgründen bereits verbannt. Ein Umdenken hat stattgefunden, während Wien fest an der Tradition des Fiakerbetriebs festhält. Das ist natürlich auch ein Stück Wiener Identität, aber zu welchem Preis? Immerhin nutzen Touristen die Fiaker für Stadtrundfahrten, doch die Schattenseiten sind nicht zu übersehen. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Erhalt der Tradition und dem Wohl der Tiere, der hier beschritten wird. Die Diskussion ist nicht nur wichtig, sondern notwendig, um ein Gleichgewicht zu finden, das sowohl der Kultur als auch dem Tierschutz gerecht wird.

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