Heute ist der 25.04.2026 und das Landestheater Niederösterreich steht vor einem bedeutsamen Umbruch. Marie Rötzer, die langjährige Intendantin, verabschiedet sich mit viel Herzblut und einer besonderen Inszenierung. Das Stück „Speed – Auf den letzten Metern“, inszeniert von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer, wird am 30. April 2026 uraufgeführt und markiert den emotionalen Abschied von Rötzer. Ihre künftige Aufgabe wird sie im Herbst 2026 am Theater in der Josefstadt antreten, wo sie Herbert Föttinger ablösen wird. In der Zwischenzeit wird Patricia Nickel-Dönicke als neue Intendantin in St. Pölten die Zügel in die Hand nehmen.
Die Inszenierung „Speed“ thematisiert Abschied, Reisen und Sehnsüchte und wird von dem gesamten Ensemble des Landestheaters getragen – ein besonderer Moment, der nicht oft vorkommt. Die SchauspielerInnen erzeugen das Tempo der Aufführung nicht durch technische Mittel, sondern durch ihre schauspielerische Präsenz. Die Handlung spielt in einem Bus, der nicht fahren kann, was die Illusion einer Reise kreiert und die Protagonisten auf eine Zerreißprobe der Gefühle und Nerven führt. Die Nervosität in der Gruppe steigt, als der Busfahrer vor der Abfahrt nicht zu finden ist und die rechtzeitige Ankunft als unrealistisch erscheint.
Ein Stück voller Emotionen und Herausforderungen
„Speed“ ist mehr als nur eine Hommage an actionreiche 90er Jahre Filme; es vereint große (pop-)kulturelle Stoffe mit existenziellen Fragestellungen. Die Inszenierung wird als wehmütige, humorvolle und actionreich-entschleunigte Reflexion über 10 Jahre Theaterarbeit beschrieben. Themen wie Abschied, Teamgeist sowie Liebe und Tod fließen in die Erzählung ein und machen die Aufführung zu einem facettenreichen Erlebnis. Vischer hebt hervor, dass die Zusammenarbeit mit dem Ensemble familiär ist, was die emotionale Tiefe des Stücks unterstreicht. Von den neun Ensemblemitgliedern werden nur drei nach dem Wechsel der Intendanz bleiben, was den Abschied umso spürbarer macht.
Ein Video, das die Fahrt durch Niederösterreich zeigt, unterstreicht das graue, diesige Setting, das zur Stimmung des Stücks beiträgt. Das Café Schubert in St. Pölten wird als historischer Ort gewürdigt, der die kulturelle Landschaft der Stadt prägt. Frick und Vischer möchten mit „Speed“ Raum für Themen schaffen, ohne in eine betroffene Stimmung zu verfallen, und zeigen damit, dass Theater nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen kann.
Ein Blick in die Zukunft
Die bevorstehende Uraufführung von „Speed“ ist nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Neuanfang für das Landestheater Niederösterreich. Mit Patricia Nickel-Dönicke an der Spitze wird ein neuer Weg beschritten. Wechsel in der Intendanz stellen oft eine Herausforderung für kleinere Theater dar, da Kontinuität verloren gehen kann. Dennoch gibt es Hoffnung, dass die neuen Ideen und Impulse das Theaterleben in St. Pölten bereichern werden.
Für alle Theaterliebhaber und Interessierten ist „Speed – Auf den letzten Metern“ eine Gelegenheit, Teil eines besonderen Kapitels in der Geschichte des Landestheaters zu werden. Das Stück ist ab 13 Jahren empfohlen und verspricht ein aufregendes Erlebnis für Jung und Alt. Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Intendanz und dem Theatermanagement finden Sie auf Theatermanagement Aktuell.