In Feldkirch tut sich was! Die Diözese Feldkirch hat ein spannendes neues digitales Spendenangebot ins Leben gerufen. Was bedeutet das konkret? Ab sofort kann man im Dom in Feldkirch bargeldlos spenden. Die Zeiten des schüchternen Umgangs mit dem Opferstock gehören der Vergangenheit an! Und das ist nicht nur ein einmaliges Experiment, sondern es zieht eine ganze Reihe von Kirchen in der Umgebung nach. Von Altenstadt bis Gisingen, von St. Kolumban in Bregenz bis hin zur Kapelle des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast – überall wird das digitale Bezahlen eingeführt.

Das Angebot ist einfach und praktisch. Mit einem Bezahlterminal, das für 79 Euro von jeder Pfarre selbst beschafft wird, kann jeder Spender sein Herzstück unterstützen, ohne Bargeld dabei zu haben. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass sich die Kosten innerhalb des ersten Monats bereits amortisiert haben – etwa 30 Prozent der Spenden in den Kirchen, die bereits ausgestattet sind, kommen per Karte. Das ist doch eine erfreuliche Entwicklung, oder? Zudem wird bei den Bezahlgeräten auf Sicherheit geachtet: Diebstähle aus dem Opferstock sind damit nicht mehr möglich, und eine Überwachungskamera sorgt für zusätzlichen Schutz.

Die Zukunft des Spendens

In anderen Teilen des deutschsprachigen Raums kann man ähnliche Tendenzen beobachten. Nehmen wir Deutschland, wo die Evangelisch-reformierte Kirche in Leer ein EC-Kartenlesegerät eingeführt hat. Dort ist der Grund für diesen Schritt klar: hohe Gebühren auf Münzeinzahlungen. Das Ergebnis? Ein Anstieg des Spendenvolumens um 10 bis 20 Prozent! Das zeigt, dass die Menschen bereit sind, ihre Spendenmethoden zu ändern, wenn es praktisch ist.

Das ist auch ein kleiner Trend, der sich über die Grenzen hinweg erstreckt. Im Kölner Dom beispielsweise wurden seit 2021 digitale Opferstöcke installiert, die kontinuierlich Einnahmen generieren. Im Jahr 2022 sammelte man stolze 62.000 Euro, und allein in den ersten sechs Monaten 2023 waren es schon 53.000 Euro! Dabei bleibt der klassische Klingelbeutel aber nicht auf der Strecke – er wird weiterhin genutzt, während digitale Alternativen erprobt werden.

Bargeld bleibt König, aber…

Natürlich ist Deutschland nach wie vor ein Land des Bargeldes, besonders wenn große Events wie die Fußball-Europameisterschaft anstehen. Aber der Trend geht klar in Richtung elektronischer Zahlungen. Im Jahr 2022 waren bereits 49 Prozent der Käufe bargeldlos – ein Anstieg gegenüber 42 Prozent im Jahr zuvor. Komischerweise spüren vor allem die Obdachlosen in Deutschland diese Entwicklung nicht so stark. In vielen Städten bleibt viel Bargeld im Umlauf, nicht zuletzt durch Touristen. In Berlin, wo das Bargeld durch die Touristen sprudelt, sieht es anders aus als in anderen Städten. Dort ist es nicht unüblich, dass Obdachlose Passanten um belegte Brötchen bitten, wenn kein Bargeld mehr vorhanden ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Skandinavien hingegen ist digitales Spenden an Obdachlose schon weit verbreitet und könnte auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen. Die Kirchen und sozialen Einrichtungen reagieren somit auf eine immer digitaler werdende Welt. Und das ist vielleicht der Schlüssel: Die Kombination aus Tradition und Innovation kann dazu führen, dass mehr Menschen – egal ob im Gottesdienst oder auf der Straße – die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.

In diesem Sinne bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die Landschaft des Spendens in den nächsten Jahren entwickeln wird. Die Kirchen in Vorarlberg sind auf einem guten Weg und zeigen, dass es auch im heiligen Raum Platz für moderne Zahlungsmethoden gibt. Ein Hoch auf die digitale Zukunft – und auf die Menschen, die bereit sind, sie zu gestalten!