Im österreichischen Vorarlberg ereignete sich am Mittwochabend, dem 26. Februar 2026, ein dramatischer Vorfall im Skigebiet Damüls-Mellau. Eine 63-jährige Skifahrerin wollte gegen 17.30 Uhr eine gesperrte Talabfahrt nutzen und geriet dabei in ein steiles Waldgebiet. Dort verlor sie die Orientierung und fand sich in einer gefährlichen Situation wieder. Gegen 22.40 Uhr wurde sie schließlich stark unterkühlt von den Rettungskräften gefunden.
Vor ihrem Handy-Akku leer war, hatte die Skifahrerin ihrem Begleiter drei GPS-Standorte übermittelt, um ihre Position zu teilen. Dieser alarmierte die Einsatzkräfte um 18.50 Uhr, nachdem seine eigene Suche erfolglos blieb. Eine umfangreiche Suchaktion wurde eingeleitet, an der die Bergrettung und die Polizei beteiligt waren. Drohnen sowie ein Spezialhubschrauber mit Wärmebildkamera kamen zum Einsatz, um die Frau zu lokalisieren. Letztlich wurde sie in einem Bachbett aufgefunden, etwa 400 Höhenmeter unterhalb ihres ersten GPS-Punktes. Vor Ort erhielt sie umgehend eine Erstversorgung.
Risikofaktoren für Unterkühlung
Trotz besserer Ausrüstung und medizinischem Wissen sterben Menschen in den Bergen an Unterkühlung. Diese kann bereits bei einstelligen Plusgraden auftreten, nicht nur während des Winters oder bei Schneestürmen. Faktoren wie die Wahl der Kleidung, Nässe und Wind spielen eine entscheidende Rolle für das Risiko. Bei Temperaturen von 0 °C kann bereits ein mäßiger Wind die gefühlte Temperatur um bis zu 3,3 °C senken, was das Risiko einer Hypothermie erhöht.
Unterkühlung tritt auf, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 °C fällt und kann in mild, moderat und schwer unterteilt werden. Die Symptome reichen von Unruhe und Kältezittern bis hin zu Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen bei schwerer Unterkühlung. Besonders gefährlich ist die Kombination aus Unterkühlung, Erschöpfung und Verletzungen, die bei Bergunfällen häufig vorkommt.
Prävention und Erste Hilfe
Die richtige Vorbereitung ist für Skifahrer und Bergwanderer von entscheidender Bedeutung. Dazu gehören eine vorausschauende Tourenplanung, das Einholen eines verlässlichen Wetterberichts und die geeignete Ausrüstung. Wechselkleidung, winddichte Oberbekleidung und warme Getränke sind essenziell, um bei Kälte einen sicheren Aufenthalt in den Bergen zu gewährleisten. Im Falle einer Unterkühlung sollte man schnellstmöglich einen geschützten Ort aufsuchen, nasse Kleidung ersetzen und sich isolieren.
Die Ereignisse um die 63-jährige Skifahrerin stehen exemplarisch für die Gefahren, die im Gebirge lauern. Die Diskussion über die Kosten der Rettungsaktion ist ebenfalls relevant, da noch geprüft wird, ob die Skifahrerin diese übernehmen muss. Die Lehre aus solchen Vorfällen bleibt klar: Eine gute Planung und das Bewusstsein für die Risiken sind entscheidend, um in den Bergen sicher unterwegs zu sein. Für weiterführende Informationen über Unterkühlung und Erste Hilfe kann die Webseite des Alpenvereins konsultiert werden.