In der malerischen Kulisse des Montafons, genauer gesagt in Gaschurn, packen derzeit 18 Freiwillige des Österreichischen Alpenvereins kräftig mit an. Vom 10. bis 16. Mai 2026 dreht sich hier alles um das Bergwaldprojekt Weidepflege Alpe Garnera. Und das Ziel? Die Almwiesen für das Weidevieh vorzubereiten und damit die landwirtschaftliche Zukunft dieser Region zu sichern. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das nicht nur die Landschaft, sondern auch die Tradition der Alpwirtschaft bewahren soll.
Die Weidepflege im Garneratal ist von immenser Bedeutung. Früher waren es die Landwirte selbst, die Hand anlegten, doch aufgrund der sinkenden Betriebe wird das schlichtweg zu einer Herkulesaufgabe. Und hier kommen die engagierten Freiwilligen ins Spiel, die mit viel Herzblut und Motivation anpacken. Veronika Kartnig, die Projektleiterin, hebt hervor, wie sehr die Teilnehmer die Arbeit der Landwirte schätzen. „Die Wertschätzung ist gewachsen“, sagt sie – ein wichtiger Punkt in Zeiten, in denen die agrarische Kultur immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.
Das Leben auf der Alm
Die Melkalpe Garnera liegt auf 1.650 Höhenmetern. Hier wird traditionelle Alpmilch produziert. Die Freiwilligen wohnen im Matratzenlager und im neuen Gemeinschaftsgebäude am Maisäß Ganeu. Abends gibt’s dann gesellige Zusammenkünfte – bei regionaler Hausmannskost, zubereitet vom Alpteam. In diesen Momenten vergisst man schnell den Alltag, wenn die Handys in den Taschen bleiben müssen. Kein Mobilfunkempfang, kein Internet – stattdessen nur die reine, unberührte Natur. Ein echtes Eintauchen in die alpine Idylle, könnte man sagen!
Die Idee von Freiwilligenarbeit ist nicht neu, und auch über die Grenzen Österreichs hinaus gibt es spannende Projekte. Das Bergwaldprojekt e.V. aus Würzburg organisiert jährlich etwa 3.000 Freiwillige, die in Deutschland an über 70 Einsatzorten tätig sind. Hier geht es um Waldumbau, Biotop- und Artenschutz sowie Moorwiedervernässungen. Ziel ist es, die Funktionen der Ökosysteme zu erhalten und das Bewusstsein für die Bedeutung natürlicher Lebensgrundlagen zu schärfen. Das Engagement dieser Freiwilligen ist also nicht nur lokal, sondern hat eine weitreichende Bedeutung für den Naturschutz – ein Thema, das uns alle betrifft.
Ein Blick auf den Klimaschutz
Und wenn wir schon beim Thema Naturschutz sind – Klimaschutz ist in aller Munde. Es gibt unzählige Projekte, die Freiwillige dazu einladen, aktiv mitzuwirken. Ob durch Sensibilisierungskurse, Vorträge oder direktes Handanlegen in der Natur. Da geht’s um alles Mögliche: von der organischen Landwirtschaft über Recycling bis hin zur Biodiversität. Freiwillige haben die Chance, über diese Themen zu lernen und ihr Wissen weiterzugeben. Und das ist nicht nur für die eigene Entwicklung bereichernd, sondern stärkt auch die Verbindung zur Natur. Denn je mehr man über sie weiß, desto mehr schätzt man sie.
Es sind diese kleinen, aber bedeutenden Gesten, die einen Unterschied machen. Ob in den Bergen des Montafons oder in den Wäldern Deutschlands – Freiwilligenarbeit fördert nicht nur den Erhalt unserer Umwelt, sondern auch die Gemeinschaft. Man hilft einander, man lernt voneinander und letztendlich wächst eine neue Wertschätzung für die Natur, die uns umgibt. Und in einer Zeit, in der immer mehr Menschen den Bezug zur Natur verlieren, ist das umso wichtiger.