In den letzten Tagen fand ein bedeutendes Treffen der EnergiereferentInnen der österreichischen Bundesländer in Rust im Burgenland statt. Vertreter aus Oberösterreich, Kärnten, Tirol und Salzburg kamen zusammen, um über die Zukunft der heimischen Energieversorgung zu diskutieren. Ein zentrales Anliegen war die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Klar wurde dabei, dass die Wasserkraft das Rückgrat des österreichischen Energiesystems bildet – und das nicht nur aus nostalgischen Gründen!
Die Teilnehmer, unter ihnen LR Markus Achleitner aus Oberösterreich und LHStv Josef Geisler aus Tirol, waren sich einig: Wasserkraft muss gefördert werden. Tirol hat die große Verantwortung, mehr als die Hälfte des gesetzlich festgeschriebenen Zubaus an Wasserkraft zu leisten. Das Ziel ist ambitioniert – insgesamt fünf Terawattstunden bis 2030 sollen ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Antrag zur Gleichbehandlung und zum Ausbau der Wasserkraft unterstützt. Besonders interessant ist die klare Absage an eine Steuer auf Wasserkraftnutzung, auch Wasserzins genannt, die nur im Burgenland zur Debatte steht.
Die Rolle der erneuerbaren Energien
Wasserkraft wird nicht nur als alleinige Lösung gesehen. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Speicherung von Sonnenstrom und Windenergie. In Tirol hat das erste Tiroler Erneuerbaren Ausbau Gesetz bereits den erneuerbaren Energieträgern ein überragendes öffentliches Interesse eingeräumt. Da kommt die Verordnung für PV-Beschleunigungsgebiete nach Pfingsten wie gerufen. Diese Schritte sind entscheidend für eine nachhaltige Energiezukunft, die in Tirol und darüber hinaus verfolgt wird.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie wichtig der Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa ist. In Deutschland beispielsweise hat die Bundesregierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und im Windenergie-auf-See-Gesetz ambitionierte Ziele festgelegt. Bis 2030 sollen 145 Gigawatt Windkraftleistung und 215 Gigawatt Solarenergie erreicht werden. Auch wenn das Jahr 2025 einige Herausforderungen bereit hält – wie einen Rückgang bei Windkraft und Wasserkraft aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen – zeigen aktuelle Entwicklungen, dass der Zubau neuer PV-Anlagen kontinuierlich steigt.
Der Energiemarkt im Wandel
Die Zahlen sprechen für sich: 2025 wird der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor in Österreich voraussichtlich 55,1 Prozent betragen. Damit steigt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auf 290,2 Milliarden kWh. Ein großer Teil dieser Energie stammt aus Wasserkraft, die 2025 jedoch voraussichtlich 25 Prozent weniger erzeugt als im Vorjahr. Dennoch bleibt sie ein zentraler Bestandteil der Energieversorgung.
Die Herausforderung bleibt, die Technologie weiterzuentwickeln und die Rahmenbedingungen für den Ausbau zu schaffen. Tirol muss sich auf den Weg machen, die gesteckten Ziele zu erreichen – und das mit einem klaren Bekenntnis zur Wasserkraft. Die Unterstützung unter den Bundesländern ist stark, und gemeinsam wird an einer sauberen, nachhaltigen Energiezukunft gearbeitet. Ein echter Schritt in die richtige Richtung!