Der Klimawandel macht auch vor unseren heimischen Gefilden nicht halt – das zeigt der aktuelle Klimastatusbericht für Tirol, der uns auf eine bemerkenswerte und zugleich besorgniserregende Reise in die Zukunft mitnimmt. Schätzungen zufolge wird der Wasserbedarf in Österreich bis 2050 um 11 bis 15 Prozent steigen. Ein wahrhaftiger Durststrecke steht uns bevor! Besonders die nördlichen Landesteile Tirols spüren die Auswirkungen der Niederschlagsarmut. 2022 war bereits das drittwärmste Jahr mit einer Jahresmitteltemperatur von 4,5 Grad. Und wenn wir ehrlich sind: Die Hitze ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch ein massives Gesundheitsrisiko, insbesondere für die älteren Mitbürger, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen.
Der Klimarückblick zeigt, dass vier Monate – April, Juni, August und Dezember – außergewöhnlich warm waren, während auch die ersten Monate des Jahres über dem Klimamittel lagen. Das Niederschlagsdefizit ist ein weiteres Alarmzeichen: Tirol verzeichnete flächenmittelmäßig 16 Prozent weniger Niederschlag und hat somit das dritttrockenste Jahr seit 65 Jahren hinter sich. Ein trauriger Rekord in einer Region, die für ihre üppigen Wasserquellen bekannt ist. Es gab jedoch auch Lichtblicke: Mit etwa 1.500 Sonnenstunden, was einem Plus von acht Prozent zum Klimamittel entspricht, konnten wir uns über einige strahlende Tage freuen. Doch was nützt das ganze Licht, wenn das Wasser fehlt?
Die Wasserknappheit in Tirol
Klimaschutzlandesrat René Zumtobel macht klar, dass wir verantwortungsvoll mit unseren Wasserressourcen umgehen müssen. Vorschläge zur Wassereinsparung sind mehr als nur nette Ideen – sie sind notwendig. Regenwasser sammeln oder hitze- und trockenheitsresistente Pflanzen wählen, das sind Schritte, die wir alle in unseren Alltag integrieren sollten. Die Herausforderung wird größer, denn die Anzahl der Hitzetage in Österreich nimmt zu, vor allem in städtischen Gebieten. Innsbruck hat durchschnittlich 33 Hitzetage pro Jahr, das ist dreieinhalb Mal mehr als zwischen 1961 und 1990. Ein Blick auf die Zahlen lässt keinen Raum für Zweifel: Es wird heißer, trockener und herausfordernder.
Die Studie „Wasserschatz Österreichs“, die im September 2021 veröffentlicht wurde, hat die Situation umfassend untersucht. Über 30 Jahre hinweg wurden Entwicklungen im Wasserbedarf in Österreich im Kontext des Klimawandels erfasst. Dabei stellte sich heraus, dass Österreich zwar wasserreich ist, die Verteilung der Grundwasserressourcen jedoch alles andere als gleichmäßig ist. Trockenperioden in den letzten Jahren haben regional zu ernsthaften Engpässen geführt. Wenn wir nicht aufpassen, könnte der Wasserbedarf bis 2050 um bis zu 50 Prozent steigen, insbesondere in Gemeinden mit Bevölkerungszuwachs und einem wachsenden Wasserbedarf für die Landwirtschaft.
Die Zukunft der Wasserversorgung
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der aktuelle Wasserbedarf von 753 Millionen Kubikmetern pro Jahr bis 2050 auf 830 bis 850 Millionen Kubikmeter steigen könnte. Während die Industrie und das Gewerbe relativ stabil bleiben, wird der Wasserbedarf für die Landwirtschaft fast doppelt so hoch sein. Und das, obwohl die Viehzahlen sinken! Hier spielt die Leistungssteigerung und die Anzahl der Hitzetage eine entscheidende Rolle. Die Politik hat reagiert: Das Landwirtschaftsministerium hat einen Diskussions- und Planungsprozess zur zukünftigen Wasserversorgung gestartet. Unter anderem wird eine „Zukunftsplattform Wasser“ ins Leben gerufen, um Lösungen zu finden.
Es ist klar, dass wir uns mit einer komplexen Problematik auseinandersetzen müssen. Die Frage bleibt: Wie schaffen wir es, unser kostbares Wasser auch in Zukunft nachhaltig zu nutzen? Der Klimawandel wird uns nicht einfach in Ruhe lassen. Jetzt, wo wir die Herausforderungen vor uns haben, ist es an der Zeit, aktiv zu werden und die Weichen für eine wasserreiche Zukunft zu stellen.