In der malerischen Region rund um Lienz, wo die Berge die Himmel berühren und die Wanderwege zu den schönsten Abenteuern einladen, ereignete sich ein tragischer Vorfall. Eine 67-jährige Wanderin wurde von einer Kuhherde tödlich verletzt. Das Unglück geschah, als sie sich in der Nähe einer Weide aufhielt. Die Kühe, so berichtet Bürgermeister Markus Stotter, zeigten ein Verhalten, das für sie untypisch ist. Möglicherweise waren sie durch einen Wolf oder einen Hund aufgeschreckt worden, was auch das aufgescheuchte Wild rund um den Vorfall erklärt.
Die Polizei ermittelt derzeit nach einer Hundebesitzerin, die 15 Minuten vor der Attacke mit einem größeren Hund in der Nähe war. Auch wenn sie nicht direkt mit dem Vorfall in Verbindung steht, wirft die Situation Fragen auf. Am selben Tag gab es bereits weitere Angriffe von Kühen auf der Weide. Ein Mann und ein Ehepaar wurden dabei leicht verletzt. Die Herde, die die Wanderin attackierte, bestand aus einer „mittleren zweistelligen Zahl“ an Tieren und war offenbar sehr unruhig.
Ein schockierender Vorfall
Der Ehemann der Verunglückten, ein 65-Jähriger, wurde schwer verletzt, konnte jedoch noch nicht befragt werden. Die Behörden haben die Kuhherde mittlerweile auf eine umzäunte Weide verlegt, um weitere Vorfälle während des bevorstehenden Pfingstwochenendes zu verhindern. Man fragt sich, wie oft solche Situationen schon passiert sind. Tatsächlich gab es schon einmal einen ähnlichen Vorfall im Jahr 2014, als eine 45-jährige Wanderin von einer Mutterkuhherde getötet wurde, während sie einen Hund bei sich hatte. Diese Tragödien sollten uns zu denken geben.
Die Landwirtschaftskammer gibt klare Empfehlungen: Wanderer sollten den Kontakt zu Kühen, insbesondere in Begleitung von Hunden, unbedingt vermeiden. Hunde sollten immer an kurzer Leine geführt werden. Bei einer unruhigen Kuhherde ist es ratsam, die Weide zügig zu verlassen. Manchmal kann man nicht genug betonen, wie wichtig es ist, die Sicherheit von Mensch und Tier an erste Stelle zu setzen.
Der Schutzinstinkt der Kühe
Was viele nicht wissen: Mutterkühe haben einen ausgeprägten Schutzinstinkt für ihre Kälber. Sie reagieren aggressiv, wenn jemand sich ihrem Nachwuchs nähert. Und wenn eine Kuh angreift, verteidigen auch die anderen Kühe in der Herde ihren kleinen Schützling. Das erklärt vielleicht, warum die Kühe in der besagten Situation so unberechenbar waren.
Wanderer sind gut beraten, ihre Hunde an der Leine zu halten, während sie über Weiden spazieren. Ein angeleinter Hund kann den Jagdinstinkt unter Kontrolle halten und die Kühe beruhigen. Sollte es dennoch zu einem Angriff kommen, wird empfohlen, den Hund abzuleinen. So kann er schneller fliehen, während sich der Wanderer in Sicherheit bringt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der verantwortungsvolle Umgang mit Weideflächen. Wanderer sollten darauf achten, Gatter, die sie durchqueren, wieder zu schließen, um zu verhindern, dass die Tiere entkommen. Manchmal könnten offene Gatter sogar absichtlich vom Almwirt geöffnet worden sein, um den Kühen Zugang zu Wasserstellen zu ermöglichen. Solche Details sind entscheidend für die Sicherheit aller Beteiligten.
Die Landwirtschaftskammer Tirol hat einen Verhaltenskodex für Wanderer herausgegeben. Dieser Kodex betont die Eigenverantwortung der Wanderer, und es ist nicht auszuschließen, dass bei Missachtung rechtliche Konsequenzen drohen. Auch in Bayern wünschen sich Landwirte einen ähnlichen Kodex, um Klarheit zu schaffen.