Es ist ein Wechselspiel der Emotionen, das derzeit die Osttiroler Bergrettung prägt. Nach nur vier Monaten im Amt hat Herbert Zambra, der am 6. Juni 2025 zum Bezirksleiter gewählt wurde, seinen Rücktritt erklärt. Ein Schritt, der viele in der Bergrettung und darüber hinaus überrascht hat. Offiziell begründet Zambra seinen Rücktritt mit Differenzen zur neuen Landesleitung, was die Frage aufwirft: Was ist in der Zusammenarbeit schiefgelaufen?

Der Rücktritt kam am 7. Oktober 2025 und fiel in eine Zeit, in der die Unzufriedenheit mit der Landesleitung, insbesondere in Osttirol, mehr als offensichtlich wurde. Bei einer außerordentlichen Landesversammlung Ende September in Telfs war die Stimmung angespannt. Ein Misstrauensantrag gegen Landesleiter Ekkehard Wimmer fand nicht die notwendige Unterstützung, was nicht zuletzt an den vielen Gegenstimmen aus dem Bezirk Lienz lag. Zambra, der sich selbst als Verbindungsglied zwischen Ortsstellen, Landesleitung, Alpinpolizei und anderen Einsatzorganisationen sah, stellte sich mit seinem Rücktritt hinter die Ortsstellenleiter und versprach, dass die Bergrettung in Osttirol weiterhin gut funktionieren werde.

Kameradschaft und Respekt

Die Gründe für den Rücktritt sind tiefgründiger. Zambra kritisierte die Vorgehensweise der Führungsspitze der Tiroler Bergrettung als nicht vereinbar mit seinem Verständnis von Kameradschaft und respektvollem Miteinander. Das Verhältnis zwischen der Landesleitung und ihm war angespannt, und es wird klar, dass die kulturellen Unterschiede zwischen den Beteiligten möglicherweise eine Rolle gespielt haben. Zambra, der das Amt von Peter Ladstätter übernahm, war also nicht nur ein Chef, sondern jemand, der Werte wie Zusammenhalt und Respekt lebte – eine Haltung, die offenbar nicht von der Landesleitung geteilt wurde.

Thomas Zimmermann, der Ortsstellenleiter der Lienzer Bergrettung, hat die Bedeutung eines Bezirksleiters klar umrissen. Dieser ist nicht nur ein Titelträger, sondern vermittelt die Bedürfnisse und Anregungen der Ortsstellen an das Land. Aktuell jedoch bleibt der Bezirk Lienz ohne einen neuen Bezirksleiter, was in Anbetracht der Umstände Fragen aufwirft. Die Versorgung der Bergrettung ist zwar laut Landesleiter Wimmer gesichert, doch die Kommunikation ist der Schlüssel. Und momentan scheint es, als wäre der Informationsfluss alles andere als optimal.

Ein Blick in die Zukunft

In der Zwischenzeit bleibt die Einsatzbereitschaft der Bergrettung in Osttirol zu 100 Prozent gewährleistet. Das ist ein Lichtblick! Trotz der internen Turbulenzen sind die Retter in den Bergen bereit, wenn es darauf ankommt. Aber was passiert als Nächstes? Die Bergrettung muss sich neu aufstellen, um nicht nur die Einsatzfähigkeit zu garantieren, sondern auch das Vertrauen zwischen den verschiedenen Ebenen wiederherzustellen.

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Ein anderer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist ein Vorfall bei einem Hundestaffel-Kurs im Frühjahr in Nordtirol, der möglicherweise als Hintergrund für die Spannungen dient. Hier kam es zu Suspendierungen wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung, was die Atmosphäre zusätzlich belasten könnte. Solche Vorfälle werfen lange Schatten und können die Zusammenarbeit erheblich erschweren.

Die Frage bleibt, wie die Bergrettung in Osttirol diese Herausforderungen meistern wird und wer letztendlich das Ruder in die Hand nehmen wird. Eines steht fest: Die Menschen in den Bergen zählen auf ihre Bergretter, und die Gemeinschaft wird alles tun, um die Tradition der Hilfe und Unterstützung aufrechtzuerhalten.