In Osttirol wird ein wichtiges Jubiläum gefeiert: Seit 15 Jahren bieten persönliche Assistentinnen und Assistenten Unterstützung für Menschen mit Behinderungen. Eine beeindruckende Bilanz, wenn man bedenkt, dass jährlich rund 40.000 Assistenzstunden geleistet werden. Das ermöglicht vielen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – ein Grund zur Freude für alle Beteiligten!
Das Büro von „Selbstbestimmt Leben“, der Tiroler Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen, hat seinen Standort in der Amlacherstraße 12 in Lienz – dort, wo vor fünf Jahren eine neue Ära für die persönliche Assistenz begann. Mag. Lisa Kröll und Christian Prast stehen hinter dieser beeindruckenden Initiative, die am 7. Mai bei einer Pressekonferenz gefeiert wurde. Und das Beste? Im ersten Jahr 2011 wurden gerade einmal 9.300 Assistenzstunden geleistet, aber seit 2021 sind es konstant etwa 40.000 Stunden im Jahr! Das zeigt, wie sehr die Menschen diese Form der Unterstützung schätzen.
Unterstützung auf vielen Ebenen
Aktuell sind 44 Assistentinnen und 5 Assistenten in Osttirol beschäftigt, die 66 Assistenznehmer:innen zur Seite stehen. Ein wichtiger Aspekt der persönlichen Assistenz ist, dass keine spezielle Ausbildung erforderlich ist. Vielmehr sind Reflexionsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit zur Anleitung gefragt. Und das ist auch gut so, denn die laufenden Schulungen und Fortbildungen sorgen dafür, dass die Assistenten stets auf dem neuesten Stand sind!
Das Angebot orientiert sich an den Grundsätzen der Independent Living Bewegung. Das heißt, die Assistenznehmer:innen bestimmen über ihr eigenes Leben. Sie können selbst entscheiden, wie viel Unterstützung sie benötigen – sei es bei der Haushaltsführung, der Freizeitgestaltung oder sogar bei der beruflichen Teilhabe. Diese Selbstbestimmung ist von unschätzbarem Wert.
Rechtliche Grundlagen und Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt nach dem Teilhabegesetz vom Land Tirol. Bei der Unterstützung sind die Assistenznehmer:innen je nach Einkommen und Pflegestufe auch in der Pflicht, einen Selbstbehalt zu leisten – das ist ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird. Aber keine Sorge, die rechtlichen Grundlagen sind klar geregelt. Seit dem 1. Januar 2018 gibt es einen Rechtsanspruch auf Assistenzleistungen, unabhängig von der Art der Behinderung oder dem Alter. Das gibt vielen Menschen die Sicherheit, die sie verdienen.
Ein Blick auf die Vergütung zeigt, dass die persönliche Assistenz tagsüber mit 54,28 EUR pro Stunde und nachts mit 57,81 EUR pro Stunde honoriert wird. Die Kostenübernahme erfolgt durch Krankenkassen, Pflegeversicherungen oder Sozialhilfe, was eine große Erleichterung für viele darstellt. Schließlich möchte jeder ein Stück vom Kuchen abbekommen, oder?
Ein Leben in Würde und Selbstbestimmung
Die persönliche Assistenz ist weit mehr als nur eine Dienstleistung. Sie ist eine Lebensform, die Menschen mit Behinderung hilft, ihre Wünsche und Träume zu verwirklichen. Sie unterstützt in vielen Lebensbereichen – vom Ankleiden über Haushaltsaufgaben bis hin zu Freizeitaktivitäten. Dabei bleibt die Kontrolle immer bei den Betroffenen. Das ist der große Unterschied zu anderen Unterstützungsformen: Hier bestimmen die Menschen selbst über ihren Alltag!
Im Endeffekt sind es die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie der Tag verläuft, trägt maßgeblich zu einem erfüllten Leben bei. Und das ist es, was die persönliche Assistenz in Osttirol so besonders macht. Mit einem starken Netzwerk von Assistenten und einer klaren Vision für die Zukunft wird sich die Lage für viele Menschen weiter verbessern.