Im Tiroler Bezirk Kufstein ist in der Nacht auf Freitag ein Wolf erlegt worden. Dieser Abschuss wurde durch eine Verordnung ermöglicht, die zu Beginn der Woche in Kraft trat. Der Wolf wurde in der Gemeinde Söll zur Strecke gebracht, nachdem er zuvor in der Gemeinde Kirchberg in Tirol gesichtet worden war. Foto- und Videoaufnahmen dokumentierten die bedenkliche Nähe des Tieres zu Wohnhäusern, was den Handlungsdruck erhöhte.

Mit diesem Abschuss erhöht sich die Anzahl der in Tirol im Jahr 2026 rechtmäßig getöteten Wölfe auf vier. Im Jahr 2025 waren es insgesamt sechs Wölfe, die in Tirol erlegt wurden. Derzeit sind noch zwei weitere Abschussverordnungen in den Bezirken Innsbruck-Land und Landeck in Kraft. In Salzburg sorgt eine neue Verordnung dafür, dass Wölfe abgeschossen werden können, bevor sie Nutztiere reißen. Diese Regelung trifft jedoch auf Widerstand von Naturschützern und Organisationen wie dem WWF.

Wölfe und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft

In Salzburg gab es bereits mehrere Vorfälle mit Wölfen, einschließlich eines tot aufgefundenen Rehbocks, der als erster bestätigter Wolfsriss des Jahres gilt. Zudem werden derzeit zwei weitere Vorfälle mit geschädigten Nutztieren untersucht, darunter tote Ziegen in Maria Alm und ein weiterer Vorfall in Dienten. Diese Entwicklungen zeigen, wie drängend die Thematik der Wölfe in der Region ist und welche Sorgen sie bei der ländlichen Bevölkerung auslösen.

Die Wolfpopulation in Europa ist seit den 2000er Jahren im Anstieg, mit einer Schätzung von rund 21.500 Wölfen im Jahr 2023. Die jährlichen Zuwachsraten können bis zu 30 Prozent betragen, was bedeutet, dass der Wolf nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Dennoch kommt es zunehmend zu Konflikten mit der Landwirtschaft und der ländlichen Bevölkerung. Im Jahr 2024 wurden bereits 340 Weidetiere von Wölfen gerissen, bis August 2023 waren es 224, davon 216 Schafe.

Notwendigkeit eines funktionierenden Wolfsmanagements

Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig betont die Dringlichkeit eines funktionierenden Wolfsmanagements. Der Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler fordert eine überregionale Herangehensweise beim Wolfsmanagement. Die Notwendigkeit einer europaweiten wildökologischen Raumplanung wird immer deutlicher, um den Herausforderungen begegnen zu können. Anpassungen der Gesetzeslagen auf internationaler und EU-Ebene sind notwendig, um ein nachhaltiges Wolfsmanagement zu gewährleisten.

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Das aktive Wolfmonitoring und die Feststellung eines günstigen Erhaltungszustands sind zentrale Punkte in der Diskussion. Eine Studie der Universität für Bodenkultur (BOKU) hat Lebensräume und Konfliktpotenziale des Wolfs in Österreich untersucht und Karten für potenzielle Lebensräume erstellt. Diese Daten dienen als Grundlage für zukünftige Monitoring- und Managementmaßnahmen, um die Herausforderungen, die die Rückkehr der Wölfe mit sich bringt, besser steuern zu können.