In Kufstein tut sich was! Auf dem Gelände der ehemaligen Wörgler Wasserwelten hat die nächste Phase der Abrissarbeiten begonnen. Es knattert und rattert, während Bagger und große Maschinen sichtlich eifrig dabei sind, Teile des Gebäudes abzutragen. Bauzäune stehen bereit und Warnschilder erinnern Passanten daran, dass hier ordentlich was los ist. Man könnte fast meinen, die alte Wave Wörgler Wasserwelt hat ihren letzten Atemzug getan – und das ist auch nicht ganz falsch. Am 31. August 2021 wurde das Erlebnisbad schließlich geschlossen, nachdem es viele Jahre lang ein beliebter Ort für Jung und Alt war.

Eröffnet wurde das Erlebnisbad im Jahr 2003 als kommunales Projekt. Die Wave bot damals alles, was das Herz eines Schwimmbegeisterten höher schlagen ließ: ein Erlebnisbad mit Rutschen, ein Sportbecken, eine Wellness-Zone, ein Fitnessstudio und sogar Gastronomie. Besonders die Doppel-Looping-Rutsche „L2“ war ein echter Magnet für Adrenalinjunkies. Doch wie so oft im Leben, sind auch hier die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hohe Sanierungskosten nicht spurlos vorbeigegangen. Der Betrieb wurde schließlich eingestellt, und seitdem steht die Anlage leer. Bereits in den letzten Jahren gab es erste Rückbauarbeiten, doch was nach dem Abriss kommt, bleibt vorerst ungewiss. Ideen und Konzepte für die zukünftige Nutzung gibt es viele, doch eine klare Entscheidung steht noch aus.

Ein Blick auf die Bäderlandschaft

Die Situation, die Kufstein mit der Wave erlebt, ist nicht einzigartig. In Deutschland müssen laut einer Umfrage mehr als ein Drittel der Freibäder in den nächsten fünf Jahren saniert werden. 38 Prozent der Betreiber sehen sich mit umfassenden Sanierungen konfrontiert – ein Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Ein beunruhigendes Bild, das sich da abzeichnet! Viele Betreiber berichten von gestiegenen Baukosten und einem hohen Finanzbedarf, der als unzureichend oder ungeeignet empfunden wird. Komischerweise ist das Bedürfnis nach Erneuerung und Verbesserung vielerorts vorhanden, aber die Mittel reichen oft nicht aus.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnte zu Jahresbeginn vor der Schließung Hunderter öffentlicher Bäder, wenn keine umfassenden Sanierungen stattfinden. Das klingt nach einem echten Dilemma! Während über 6.000 Hallen- und Freibäder in Deutschland existieren, ist der Ruf nach mehr finanzieller Unterstützung laut. Die neue Bundesregierung plant zwar, mindestens eine Milliarde Euro für die Modernisierung von Sportstätten bereitzustellen – auch für Bäder – aber ob das ausreicht? Verbandschef Ingbert Liebing hat das Thema kürzlich angesprochen und die Notwendigkeit betont, die Programme dauerhaft zu erhöhen, um die Bäder als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge zu erhalten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen auf die Bäderlandschaft in Österreich und Deutschland auswirken werden.

Für die Wave Wörgler Wasserwelt bedeutet das nun: Veränderung ist im Gange, und die Zukunft bleibt ungewiss. Werden wir bald neue, frische Ideen auf dem Gelände sehen? Oder bleibt das Areal ein Mahnmal für vergangene Zeiten? Nur die Zeit wird es zeigen.

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