In der Welt des österreichischen Skisports wird ein bedeutender Verlust beklagt: Christian Poley, ein langjähriger Funktionär und leidenschaftlicher Unterstützer des Skisports, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Die traurige Nachricht wurde am Dienstagabend durch den Österreichischen Skiverband (ÖSV) bekannt gegeben. Poley hinterlässt ein beeindruckendes Erbe, das über fünf Jahrzehnte hinweg reicht und maßgeblich zur Entwicklung des Skisports in Österreich beigetragen hat.
Als Mitglied und Vorstandsvorsitzender des Austria Ski Pool war Poley seit dessen Gründung im Jahr 1971 eine tragende Säule des österreichischen Skisports. Von 1988 bis 2021 leitete er den Ski Pool und sicherte damit die finanzielle Basis für Wettkämpfe und das Training der Athlet:innen. Sein Engagement war nicht nur auf nationaler Ebene von Bedeutung, sondern auch international, wo er als Technischer Delegierter bei der FIS und Vorsitzender des Regelkomitees von 1994 bis 2010 tätig war.
Ein Lebenswerk im Skisport
Christian Poley hat in seiner Karriere viele Meilensteine gesetzt. Unter seiner Leitung wurde ein systematisches Wettkampfreglement entwickelt, das die Grundlage für faire und spannende Wettbewerbe bildet. Er war auch maßgeblich an der Einführung der Athletenerklärung beteiligt, die für mehr Transparenz im Sport sorgt. Poley galt als Schöpfer der Hahnenkamm-Rennen in ihrer heutigen Form und war fast 30 Jahre Vorsitzender des Organisationskomitees in Kitzbühel, wo sein Einfluss die Rennen auf ein neues Niveau hob.
Seine Verdienste um den Skisport wurden 2013 mit dem Schneekristall des Skisports gewürdigt, der höchsten Auszeichnung des ÖSV. Diese Ehrung unterstreicht nicht nur seine Leidenschaft, sondern auch sein unermüdliches Engagement für die Athlet:innen und die Sportgemeinschaft. Poley war darüber hinaus Vizepräsident des Tiroler Skiverbandes und Präsident des Kitzbüheler Skiclubs, was seine zentrale Rolle im organisierten Skisport weiter verdeutlicht.
Die Hahnenkamm-Rennen und ihre Geschichte
Die Hahnenkamm-Rennen sind ein fester Bestandteil des internationalen Skikalenders, und Poleys Einfluss auf diese Veranstaltung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ursprünglich wurden 1962 die Damenrennen aus dem Kitzbüheler Programm genommen, um Bad Gastein ein eigenes Weltcuprennen zu ermöglichen. Technisch wären Damenrennen am Hahnenkamm möglich, jedoch stellen sich organisatorisch einige Herausforderungen. Die Rückkehr der Damenrennen nach Kitzbühel bleibt somit ein Thema, das im Raum steht, jedoch mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden wäre.
Die Geschichte der Hahnenkamm-Rennen reicht weit zurück. Das erste Rennen mit weiblicher Beteiligung fand bereits 1932 statt. Baronesse Grazia Schimmelpenninck war 1936 die erste, die sich zweimal als Hahnenkamm-Siegerin feiern lassen konnte. Die Diskussionen um die Sicherheit und die Eignung der Strecke für Damenrennen sind ein wiederkehrendes Thema, das auch in Polleys Zeit immer wieder aufkam. Viele bedeutende Sportlerinnen, wie die deutsche Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier, haben sich zu diesem Thema geäußert und Bedenken geäußert.
Der Österreichische Skiverband wird Dr. Christian Poley ein ehrendes Andenken bewahren und sein Lebenswerk weiterhin in Ehren halten. Sein Engagement und seine Leidenschaft für den Skisport werden in der österreichischen Skigemeinschaft immer einen besonderen Platz einnehmen.