In Innsbruck brodelt es – und das nicht nur wegen der frischen Bergluft. Die Notschlafstelle der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) steht im Fokus, nachdem Mitarbeiter auf untragbare Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht haben. Laith Makki, ein engagierter Mitarbeiter, ist durch einen Übergriff schwer verletzt worden und hat seine Kündigung erhalten, nachdem er von einer notwendigen Operation berichtete. Das ist ein trauriges Beispiel für die derzeitige Situation in der Einrichtung, die eigentlich dazu dienen sollte, Menschen in Not zu helfen.

Die Berichte der Mitarbeiter sind alarmierend: Oft arbeiten nur zwei Personen zwischen 17.30 und 23.30 Uhr, manchmal ist sogar nur einer im Dienst. Das ist schlichtweg nicht genug, wenn man bedenkt, dass es in den letzten Monaten fast 80 Vorfälle mit Klienten dokumentiert wurden. Die Leistungsvereinbarung sieht mindestens fünf Mitarbeiter vor, aber diese scheint eher eine Wunschvorstellung zu sein. Besonders brisant ist die Tatsache, dass trotz laufender Bedrohungen und Übergriffe kein Security-Personal zur Verfügung steht. Wie soll man da einen ruhigen Kopf bewahren, wenn man ständig mit potenziellen Konflikten konfrontiert ist?

Die Realität in den Notschlafstellen

Die Notschlafstellen in Tirol bieten in der Regel trockene und warme Schlafmöglichkeiten, Waschmöglichkeiten für Kleidung und Beratung durch Betreuerinnen. Nichts davon ist jedoch selbstverständlich, denn die Nutzung ist kostenlos, doch die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Wer also nach 21 Uhr kommt, hat oft das Nachsehen und findet keinen Platz. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist alles andere als rosig – und das mitten in einer Stadt, die sich als sozial verantwortlich präsentiert.

Die Berichte über die Probleme in der Notschlafstelle sind nicht isoliert. In der Sozialen Arbeit wird Gewalt gegen Mitarbeiterinnen und Klienten immer wieder thematisiert. Psychische Gewalt, körperliche Übergriffe und ein Mangel an Schutzkonzepten sind weit verbreitet. Dazu kommt der Personalmangel, der die Situation nur verschärft. Ein Teufelskreis, der nicht nur in Innsbruck, sondern auch in anderen sozialen Einrichtungen sichtbar ist. Oft wird Gewalt als unvermeidlich hingenommen, was die Lage noch dramatischer macht.

Ein Hilferuf aus der Notschlafstelle

Mitarbeiter der Notschlafstelle haben sich an die „Krone“ gewandt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Es wird dringend ein Gespräch mit der Geschäftsführung und der Generalversammlung gefordert. Geschäftsführer Florian Stolz hat zwar erkannt, dass Verbesserungen notwendig sind, doch konkrete Maßnahmen lassen auf sich warten. Die Beschwerden der Mitarbeiter sind laut und deutlich, und die Frage bleibt: Wie lange kann diese Situation noch so weitergehen?

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Die TSD hat die Verantwortung, nicht nur den Klienten Sicherheit zu bieten, sondern auch den eigenen Mitarbeitern. Die aktuellen Zustände sind eine Gefahr für alle Beteiligten. Wenn nichts unternommen wird, könnte die Situation eskalieren, und das wäre ein Schlag ins Gesicht für all jene, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die Politik, insbesondere Landesrat Philip Wohlgemuth (SPÖ), scheint jedoch in dieser Sache untätig zu bleiben, was die Verzweiflung nur verstärkt. Hier ist Handlungsbedarf – und zwar schnell.