Heute ist der 29.05.2026 und die Tiroler Energieversorgung hat eine spannende, wenn auch herausfordernde Zeit hinter sich. Die Tiwag, unser regionaler Energieversorger, hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang von Gewinn und Umsatz verzeichnet. Das Wetter hat dabei nicht unbedingt geholfen – es war ein sehr trockenes Jahr mit Wasserständen, die um 13,5 Prozent unter den Planungen lagen. Das hat die Stromerzeugung aus den Wasserkraftwerken um satte 30 Prozent gedrückt. Wenn man bedenkt, dass die Gesamtstromerzeugung der Wasserkraftwerke fast 30 Prozent unter dem Vorjahr lag, wird einem klar, dass es nicht gerade rosig aussieht.
Der Umsatz fiel von 1,98 Milliarden Euro auf 1,82 Milliarden Euro, und das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 323,1 Millionen Euro – das sind 23,7 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Die Eigenkapitalquote stieg auf 49,9 Prozent, aber die Nettoverschuldung zum Jahresabschluss betrug 1,06 Milliarden Euro. Es ist also eine gemischte Bilanz, die Tiwag da präsentiert. Vorstandsdirektor Michael Kraxner hat jedoch betont, dass massive Investitionen in die Energie-Souveränität und Unabhängigkeit geplant sind.
Investitionen in die Zukunft
Für 2026 plant Tiwag ein Investitionspaket von 585 Millionen Euro. Das ist eine ganze Menge Holz! Diese Investitionen sollen vor allem in die Netzinfrastruktur, den Fernwärmeausbau, die E-Mobilität und den Kraftwerksausbau fließen. So setzt die Tiwag auch auf innovative Wasserkraftprojekte wie das Speicherkraftwerk Kühtai und das Projekt Tauernbach-Gruben in Osttirol. Besonders erfreulich: Das Projekt Imst-Haiming liegt sogar vier Monate vor dem Zeitplan. Das kommt nicht oft vor!
Die Dividende für 2026 wird auf 150 Millionen Euro festgelegt, was im Vergleich zum Vorjahr (110 Millionen Euro) einen soliden Anstieg darstellt. Kraxner bezeichnete diese Dividende als „sportlich, aber verkraftbar“. Auch die Investitionen im Jahr 2025 waren mit 574 Millionen Euro die höchste Summe in der Unternehmensgeschichte. Ein solches Engagement zeigt, dass Tiwag entschlossen ist, die Energieversorgung in Tirol nachhaltig zu gestalten und gleichzeitig die CO2-Emissionen zu reduzieren.
Erneuerbare Energien im Fokus
Ein spannender Aspekt ist der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor, der 2025 bei 55,1 Prozent lag. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreichte 290,2 Milliarden kWh – das sind 2 Milliarden kWh mehr als im Vorjahr. In Tirol ist der Fokus klar auf die Förderung von Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energiequellen gerichtet. Das Wetter zeigte zwar viele Sonnenstunden, war aber windschwach und trocken, was die Erzeugung aus Windenergie auf 133,9 Milliarden kWh drückte – ein Rückgang im Vergleich zu 2024.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Die Tiwag beobachtet Projektpläne für Windkraft aus dem Osten Österreichs und führt intensive Gespräche, um auch hier aktiv zu werden. Doch im Hintergrund gibt es immer wieder Widerstände in der Bevölkerung und eine geringere Ertragskraft von Windkraft. Die Sorgen und Ängste der Menschen müssen ernst genommen werden, während gleichzeitig die Energiewende vorangetrieben wird.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Die Investitionen, die Tiwag tätigt, könnten die Grundlage für eine stabilere und nachhaltigere Energiezukunft in Tirol legen. Man darf gespannt sein, wie sich die Pläne in den kommenden Jahren entfalten und welche Rolle die erneuerbaren Energien dabei spielen werden.