In den letzten Tagen kam es in der Region Innsbruck-Land zu zwei bedauerlichen Unfällen mit E-Scootern, die die Gemüter der Menschen hierzulande bewegen. Am Samstagvormittag um 10:55 Uhr ereignete sich in Telfs ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem E-Scooter. Der 53-jährige Österreicher, der auf seinem Roller unterwegs war, wurde beim Zusammenprall frontal erfasst und gegen die Windschutzscheibe des Autos geschleudert. Er klagte über starke Schmerzen im rechten Bein und musste nach der Erstversorgung in die Klinik nach Innsbruck gebracht werden. Der Autofahrer, ein 29-jähriger Franzose, und seine Beifahrerin blieben glücklicherweise unverletzt. Die Strecke auf der Anton-Auer-Straße wurde für etwa eine Stunde gesperrt, was natürlich zu einem kleinen Stau führte – naja, Telfs kennt man ja, das passiert schnell.
Weniger als eine halbe Stunde zuvor, um 10:30 Uhr, wurde ein weiterer E-Scooter-Fahrer in Volders entdeckt. Der 24-Jährige hatte sich aufgrund eines Fahrfehlers schwer verletzt und trug keinen Helm. Eine aufmerksame Radfahrerin entdeckte ihn 300 Meter östlich der Karlskirche und wählte sofort den Notruf. Auch hier leistete eine Ärztin Erste Hilfe bis die Rettungskräfte eintrafen. Der junge Mann wurde mit einer Kopfverletzung sowie einer Schürfwunde am rechten Arm in die Universitätsklinik Innsbruck eingeliefert. Das macht einen schon nachdenklich – wie oft sieht man Leute ohne Helm auf dem Roller?
Ein besorgniserregender Trend
Die Vorfälle in Telfs und Volders sind nicht isoliert. Tatsächlich steigt die Zahl der E-Scooter-Unfälle in Österreich und Deutschland alarmierend an. Im Jahr 2024 registrierte die Polizei in Österreich knapp 12.000 Unfälle mit E-Scootern, was einem Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 27 Menschen verloren ihr Leben bei solchen Unfällen, und tragischerweise waren alle selbst auf einem Roller unterwegs. Im Jahr 2023 waren es noch 22 Todesopfer. Rund 1.500 Menschen wurden schwer und etwa 11.400 leicht verletzt. Wenn man bedenkt, dass E-Scooter-Unfälle nur 4 Prozent der insgesamt rund 290.700 Verkehrsunfälle mit Personenschaden ausmachten, klingt das zunächst nicht so dramatisch – aber jeder einzelne Fall ist ein zu viel.
Fast die Hälfte der verunglückten E-Scooter-Fahrer war jünger als 25 Jahre, und 82 Prozent waren unter 45 Jahren. Das zeigt, dass es vor allem die jüngeren Generationen sind, die sich oft in gefährliche Situationen bringen. Die häufigsten Unfallursachen sind dabei die falsche Nutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen mit 21 Prozent. Auch das Fahren unter Alkoholeinfluss spielt in etwa 12 Prozent der Fälle eine Rolle, was einfach nicht sein kann. Über 50 Prozent der Unfälle sind Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern, wobei häufig die Autofahrer schuld sind.
Was können wir tun?
Das Bewusstsein für die Gefahren, die mit der Nutzung von E-Scootern verbunden sind, muss geschärft werden. Viele Nutzer sind sich der Risiken nicht bewusst oder vernachlässigen wichtige Sicherheitsvorkehrungen wie das Tragen von Helmen. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass 2024 die Zahl der E-Scooter im Straßenverkehr um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist – das bedeutet mehr Roller und potenziell mehr Unfälle. Die Nutzung geliehener E-Scooter führt dabei häufig zu mehr Unfällen als die Nutzung von eigenen Scootern. Vielleicht sollten wir alle einmal darüber nachdenken, wie wir sicherer unterwegs sein können.
Ein bisschen mehr Vorsicht könnte helfen, Unfälle zu vermeiden. Denn nichts ist wichtiger als die eigene Sicherheit und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Und so bleibt zu hoffen, dass sich das Bewusstsein für die Risiken der E-Scooter-Nutzung bald ändert. Das Leben ist schließlich zu wertvoll, um es leichtfertig aufs Spiel zu setzen.