In der heutigen Zeit wird der Bahnsektor als ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft immer mehr in den Fokus gerückt. Die Beschäftigten in diesem Bereich leisten tagtäglich einen unverzichtbaren Dienst, doch zugleich sehen sie sich einem besorgniserregenden Anstieg an Aggression und Gewalt ausgesetzt. Der Bundesrat hat auf diese alarmierende Entwicklung hingewiesen, die nicht nur Österreich betrifft, sondern auch europaweit zu beobachten ist. Gewaltvorfälle im Bahnverkehr nehmen zu, und ein tragischer tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter in Deutschland verdeutlicht die Gefahren, denen diese Mitarbeiter ausgesetzt sind. Immer wieder sind Bahnbeschäftigte mit Aggression konfrontiert, selbst wenn sie sicherheitsrelevante Hinweise geben.

Die steigende Gewalt gegen Angestellte im öffentlichen Verkehr stellt eine erhebliche sicherheitspolitische Herausforderung dar. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Forderungen nach einer umfassenden Prüfung aller möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit. Dazu zählen verstärkte Sicherheitskonzepte und zusätzliche personelle Absicherungen. Eine Idee, die Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, eingebracht hat, ist die Schaffung einer eigenen Eisenbahnpolizei. Auch Schmid zeigt sich der Idee gegenüber offen. In mehreren EU-Ländern existieren bereits ähnliche Modelle, die auf die Sicherheit des Personals und der Fahrgäste abzielen.

Ein besorgniserregender Trend

Die Situation ist nicht nur in Österreich dramatisch. In Deutschland steigt die Zahl registrierter verbaler und körperlicher Gewaltdelikte gegen Bahnbeschäftigte seit 2015 kontinuierlich an. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 1.876 Gewaltdelikte registriert; bis Ende September 2022 waren es bereits über 2.300. Die Dunkelziffer unregistrierter Fälle wird als erheblich höher eingeschätzt. Gewalterfahrungen haben schwerwiegende Folgen für die Opfer, die von Schlafstörungen über Angstzustände bis hin zu akutem Stress reichen können.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, wird ein Projekt zur Analyse der Ursachen von Gewaltdelikten und zur Entwicklung von Maßnahmen zur Verringerung dieser Gewalt gestartet. Der Projektstart ist für März 2024 geplant und wird zwei Jahre dauern. Auftragnehmer ist die Kienbaum Consultants International GmbH. Die Ergebnisse sollen als Handlungsempfehlungen an die Politik und den Sektor dienen und die Arbeitsbedingungen im Eisenbahnsektor nachhaltig verbessern. Auch die Verbesserung der objektiven und subjektiven Sicherheit der Beschäftigten wird angestrebt.

Schockierende Statistiken und Maßnahmen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2025 gab es in Zügen und auf Bahnhöfen in Deutschland mehr als 5.600 Gewaltdelikte. Die Bundespolizei bestätigte diese Zahlen, die ursprünglich von der Bild am Sonntag veröffentlicht wurden. Besonders betroffen war der Hauptbahnhof Leipzig, der mit 859 Fällen die meisten Gewaltdelikte verzeichnete. Auch der Dortmunder Hauptbahnhof, der Hauptbahnhof Berlin und der Hauptbahnhof Köln sind Hotspots, wenn es um Gewalt gegen Bahnbeschäftigte geht.

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Die Deutsche Bahn zählte im Jahr 2025 über 3.000 Angriffe auf ihr Personal – das entspricht etwa acht Angriffen pro Tag. Die Aggressionen treten häufig während Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts oder bei Großveranstaltungen auf. Die Zahlen zeigen, dass im Jahr 2025 rund 15.000 verbale Übergriffe auf Bahnpersonal registriert wurden. Zudem wurde ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz zu Beginn des Jahres 2026 zum Anlass genommen, eine umfassende Debatte über die Sicherheit im Bahnverkehr zu entfachen.

In Reaktion auf diese besorgniserregenden Entwicklungen hat die Deutsche Bahn ein Sofortprogramm für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen ins Leben gerufen. Dieses sieht zusätzliche Sicherheitskräfte an 25 ausgewählten Stationen vor, darunter Leipzig, Berlin, Köln und Hannover. Die Bahnchefin Evelyn Palla hat zudem angekündigt, die Ausstattung mit Bodycams für alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auszuweiten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen.

In Anbetracht dieser alarmierenden Entwicklungen ist es unerlässlich, dass sowohl die Politik als auch die Betroffenen gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die Sicherheit der Bahnbeschäftigten ist eng mit der Sicherheit der Fahrgäste verbunden, und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung sind dringend erforderlich. Nur so kann der Bahnverkehr auch in Zukunft ein sicherer und verlässlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens bleiben. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von Rundschau, DZSF und Tagesschau.