Heute ist der 26.05.2026 und ich sitze hier in Imst und denke zurück an tragische Ereignisse, die sich in unseren Bergen zugetragen haben. Ein Gedenkstein am Friedhof in Sautens erinnert an ein Bergunglück, das vor vielen Jahren, am 2. Juli 1932, das Leben von drei jungen Menschen aus Wien forderte. Die Geschwister Franz (29) und Hedwig Bachheimer (27) sowie der Hochschüler Walter Leitmeier (20) waren in Sautens, um die Sommerfrische zu genießen. Wie oft haben wir schon von den alten Zeiten gehört, in denen das Bergsteigen nicht nur Sport, sondern auch Abenteuer war? Sie brachen am 1. Juli 1932 zur Bielefelder Hütte auf und übernachteten dort, voller Vorfreude auf die bevorstehende Tour auf den Acherkogel.
Doch dann, am Morgen des 2. Juli, kam alles anders. Gegen 4 Uhr starteten sie ihre Tour. Plötzlich ein Schlechtwettereinbruch – der Nebel zog auf und die Seilschaft stürzte 150 Meter ab. Ein Albtraum für die Angehörigen, die später in Oetz eintrafen und auf Nachrichten warteten. Die Bergungsarbeiten begannen erst am 3. Juli, und das Bergrettungsteam, eine Mischung aus Gendarmeriebeamten und Bergführern, hatte es nicht leicht. Die Lawinengefahr war hoch, die Bedingungen waren alles andere als optimal. Nur unter Einsatz aller Kräfte konnten sie sich bis zu den Leichen abseilen, doch immer wieder wurden die Arbeiten durch Lawinenabgänge unterbrochen.
Ein weiteres Unglück in den Bergen
Die Berge sind sowohl schön als auch tückisch. Ein weiteres, aktuelles Bergunglück ereignete sich erst vor wenigen Monaten. Am 2. November 2025, in Südtirol, erlebten fünf deutsche Bergsteiger eine Tragödie am Vertainspitze im Ortlergebirge. Diese Gruppe war in einer der gefährlichsten Regionen unterwegs, in Höhenlagen von etwa 3.200 Metern. Ein Lawinenabgang erfasste die Gruppe, die aus zwei Teams bestand. Während drei Mitglieder sofort ums Leben kamen, blieben ein Vater und seine 17-jährige Tochter vermisst. Was für eine grausame Situation, die Suche wurde zunächst am Samstagabend abgebrochen und am Sonntagmorgen fortgesetzt. Rund 25 Einsatzkräfte, unterstützt durch Hubschrauber, waren im Einsatz und suchten mit Wärmebildkameras und Drohnen nach den Vermissten. Es ist so schockierend, wenn man bedenkt, dass die Lawinengefahr am Samstag nicht besonders hoch eingeschätzt wurde. Die möglichen Verwehungen hatten böse Überraschungen parat.
Diese beiden Unglücke, so unterschiedlich sie auch sind, zeigen uns die Gefahren, die in den Bergen lauern. Ob in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts oder in der heutigen Zeit – die Natur ist unberechenbar. Wir sollten immer mit Respekt und Vorsicht in die Berge gehen, denn sie sind nicht nur eine Quelle der Freude, sondern auch des Schmerzes. Lassen wir uns von den Erinnerungen an die Verstorbenen leiten und seien wir achtsam, wenn wir die Schönheit der Bergwelt erleben.