Heute ist der 28.04.2026 und die Bildungsdirektion Steiermark hat die Hauptausschreibung für Lehrpersonal für das Schuljahr 2026/27 gestartet. Gesucht werden rund 420 neue Lehrkräfte, die bis zum 8. Mai über das Portal „GetYourTeacher“ ihre Bewerbung einreichen können. Diese Ausschreibung ist ein wichtiger Schritt, um den aktuellen Personalbedarf in den Schulen zu decken.
Von den ausgeschriebenen 420 Stellen entfallen etwa 256 auf den Bundesschulbereich, der die allgemeinbildenden höheren und die berufsbildenden mittleren sowie höheren Schulen umfasst. Weitere 164 Stellen sind im Pflichtschulbereich verfügbar, dazu zählen Volks-, Mittelschulen, Polytechnische und Allgemeine Sonderschulen. Besonders im steirischen Zentralraum, in den Bezirken Graz, Graz-Umgebung und Voitsberg, ist der Bedarf an Lehrkräften am größten. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und reichen von der Einführung des Chancenbonusprogramms bis hin zu überzähligen Lehrpersonen mit befristeten Verträgen und geringem Stundenausmaß.
Gesuchte Fachrichtungen und Stellenangebote
Die Bildungsdirektion sucht vor allem Lehrkräfte für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Bewegung und Sport sowie Religion. Auch Pädagoginnen und Pädagogen mit Qualifikationen im Bereich Inklusion und im Volksschulbereich werden dringend benötigt. An den berufsbildenden höheren Schulen zeigt sich ein verstärkter Bedarf an Wirtschaftspädagoginnen und -pädagogen. Trotz der Herausforderungen in der Personalbeschaffung gibt es Lichtblicke: Die Personalsituation hat sich insgesamt entspannt, und im Vergleich zum Vorjahr werden rund 20 Lehrerinnen und Lehrer weniger gesucht. Für das Schuljahr 2023/24 waren noch 730 Stellen zu besetzen.
Die Pensionierungswelle wurde gut bewältigt, und das Durchschnittsalter der Lehrerschaft ist gesunken. Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner weist jedoch auf regionale Unterschiede hin und betont, dass sich bis zum Schulbeginn noch einiges bewegen kann, insbesondere in den gefragten Regionen.
Maßnahmen gegen den Lehrermangel
Der Rechnungshof hat kürzlich einen Bericht über den Lehrpersonalmangel in Österreich veröffentlicht, der die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels unterstreicht. Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat die Empfehlungen des Rechnungshofs zur Stärkung der Attraktivität des Lehrerberufs und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität als wichtig erachtet. Zu den geplanten Reformen zählt der Ausbau der praktischen Unterrichtsanteile in der Lehramtsausbildung sowie die Einführung eines effizienten Personalcontrollings für 6.000 Schulen, um eine transparente Bedarfsrechnung zu gewährleisten.
Zusätzlich sollen Quereinstiegsmodelle in den Lehrerberuf, insbesondere für die Volksschule, nachhaltig etabliert und professionalisiert werden. Bildungsminister Wiederkehr hebt die Bedeutung dieser Reformen hervor und bedankt sich gleichzeitig bei den Lehrkräften für ihre wertvolle Arbeit.
Mit diesen Maßnahmen und der laufenden Ausschreibung hofft die Bildungsdirektion, die Herausforderungen des Lehrermangels zu meistern und die Bildungslandschaft in der Steiermark für die kommenden Jahre zu stärken.