Jede Frau zählt: Die stille Reserve in Voitsberg auf dem Weg zur Arbeitswelt
In der charmanten Stadt Voitsberg hat kürzlich ein bemerkenswertes Vernetzungstreffen stattgefunden, das ganz im Zeichen der „Stillen Reserve“ stand. Die Veranstaltung, organisiert vom Zentrum für Ausbildungs-Management (zam) Voitsberg und dem Arbeitsmarktservice (AMS) Steiermark, trug den Titel „Weil jede Frau zählt“. Hierbei handelt es sich um Frauen, die zwar einen Job möchten, aber aus unterschiedlichen Gründen momentan nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen. Ein Thema, das uns alle angeht!
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter die Landtagsabgeordnete Klaudia Stroißnig und Bürgermeister Bernd Gratzer, waren sich einig: Hinter jeder Zahl am Arbeitsmarkt steckt eine Frau mit ihrer individuellen Geschichte und ihren Herausforderungen. Und das ist nicht nur ein schöner Spruch, sondern die Realität. Claudia Tillinger, die Regionalleiterin des zam Voitsberg, brachte es auf den Punkt, als sie betonte, dass es wichtig sei, die Frauen in dieser „stillen Reserve“ nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Realität der Stillen Reserve
Statistiken zeigen, dass die Stille Reserve in Österreich 2023 rund 3,2 Millionen Personen umfasst, die zwischen 15 und 74 Jahre alt sind. Das sind Menschen, die zwar arbeiten möchten, jedoch nicht aktiv nach einem Job suchen. Was viele nicht wissen: Diese Gruppe zählt nicht zu den 1,4 Millionen Erwerbslosen. Sie ist in drei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe umfasst diejenigen, die zwar suchen, aber aufgrund von Betreuungspflichten nicht sofort verfügbar sind. Die zweite Gruppe besteht aus Personen, die an einer Anstellung interessiert sind, aber glauben, keine passende Tätigkeit finden zu können. Und die dritte Gruppe? Das sind Nichterwerbspersonen, die weder suchen noch kurzfristig verfügbar sind, jedoch den Wunsch nach Arbeit äußern.
Besonders bemerkenswert ist, dass Frauen 57 Prozent dieser stillen Reserve ausmachen. In den Gruppen A und B liegt der Frauenanteil bei knapp 52 Prozent, während in Gruppe C sogar 60,7 Prozent der Personen Frauen sind. Die Hauptgründe für diese Inaktivität sind oft Betreuungspflichten – 31,7 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 59 Jahren geben an, dass sie aufgrund dieser Verantwortung keine Arbeit annehmen können.
Inspirierende Praxisbeispiele
Auf dem Vernetzungstreffen wurden auch zwei inspirierende Praxisbeispiele präsentiert. Eine Frau, über 50 Jahre alt, unterstützte ihren Lebensgefährten in seiner Selbstständigkeit, war jedoch nicht sozial abgesichert. Nach dem plötzlichen Tod ihres Partners fand sie durch zam Voitsberg eine neue berufliche Perspektive und arbeitet nun wieder in ihrem erlernten Beruf. Es ist einfach schön zu sehen, wie Menschen nach Rückschlägen wieder auf die Beine kommen können!
Das zweite Beispiel handelt von einer Frau mit Migrationshintergrund, die drei Kinder hat. Sie verbesserte ihre Deutschkenntnisse mit zam und absolvierte eine duale Ausbildung im FiT-Bereich. Nun startet sie neu durch und das ist einfach nur großartig! Solche Geschichten machen Mut und zeigen, was mit den richtigen Rahmenbedingungen und Unterstützung alles möglich ist. Die Botschaft der Veranstaltung war klar: Wenn Frauen gefördert werden, profitieren letztendlich alle in der Region.
Interessierte Frauen, die in die Arbeitswelt zurückkehren möchten, können sich kostenlos und anonym bei zam Voitsberg melden. Das Büro befindet sich in der Bahnhofstraße 20, 8570 Voitsberg, und ist unter der Telefonnummer 0664-889 32 409 oder per E-Mail an claudia.tillinger@zam-steiermark.at erreichbar. Es ist nie zu spät, um einen neuen Weg einzuschlagen!
Die Stille Reserve ist ein Thema, das nicht nur Österreich betrifft, sondern auch unsere Nachbarländer, wie Deutschland. Dort leben über drei Millionen Menschen in einer ähnlichen Situation. Die sozialen Herausforderungen sind also auch international. Es ist wichtig, dass wir die Augen offen halten und die betroffenen Frauen unterstützen. Denn letztendlich zählt jede einzelne Geschichte.
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