Heute ist der 4.03.2026 und die Gesunde Gemeinde Fehring in der Südoststeiermark hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Bürgerinnen und Bürger im höheren Alter aktiv und fit zu halten. Die Initiative umfasst eine Vielzahl von Angeboten, darunter Kurse, Vorträge und Gesundheitstage zu verschiedenen Gesundheitsthemen. Fehring ist stolz darauf, Mitglied im Netzwerk der gesunden Gemeinden von Styria vitalis zu sein und setzt sich dafür ein, die Lebensqualität der älteren Bevölkerung zu steigern.
Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Christian Fadengruber, der unter dem Motto „geistig aktiv ein Leben lang“ die Wichtigkeit des Lernens im Alter thematisierte. Er betonte, dass das Lernen bereits im Mutterleib beginnt und dass es für Kinder entscheidend ist, nicht nur für die Schule zu lernen. Besonders in der zweiten Lebenshälfte sind geistige Herausforderungen von großer Bedeutung. Fadengruber erklärte, dass geistige Aktivität die Merkfähigkeit, Denkflexibilität und die geistige Gesundheit stärkt. Seine Zuhörer empfanden den Nachmittag als voller „Aha-Momente“ und gingen mit dem Wissen nach Hause, dass geistig aktive Menschen länger selbstbestimmt bleiben.
Das Gehirn: Ein lebenslanger Lernbegleiter
Lernen ist ein lebenslanger Prozess, und dies gilt insbesondere für die ältere Generation. Gedächtnistraining kann durch einfache Übungen gefördert werden, wie zum Beispiel das Suchen von Wörtern, die mit Z beginnen und enden. Der Bundesverband Gedächtnistraining (BVGT) hat in Deutschland rund 1.400 ausgebildete Gedächtnistrainer, die in Volkshochschulen, Seniorentreffs und -heimen Kurse anbieten.
Gerontologin Barbara Kerkhoff erklärt, dass man sich Dinge besser merken kann, wenn sie mit Bildern, Klängen oder Reimen verbunden werden. Viele ältere Menschen sind motiviert, Neues zu lernen. Dabei gilt es zu beachten, dass sie den Stoff öfter wiederholen und die Lernabschnitte klar strukturiert sein sollten. Kombinationen aus Bewegung und Lernen können die geistige Fitness zusätzlich fördern. Ein Beispiel hierfür ist, zu zweit spazieren zu gehen und dabei von 1.000 in Dreierschritten rückwärts zu zählen.
Die Bedeutung von geistiger Fitness
Lebenslanges Lernen hat nicht nur positive Auswirkungen auf die geistige Fitness, sondern kann auch den Rückgang der Gehirnleistung bei Demenz verzögern. Studien zeigen, dass regelmäßiges Lernen das Alzheimer-Risiko reduzieren kann. Das Gehirn hat die bemerkenswerte Fähigkeit, auch im Alter neue Nervenzellen zu bilden und Verbindungen zu knüpfen. Dies geschieht nicht nur durch Lernen, sondern auch durch Bewegung und das Erkunden neuer Umgebungen.
Soziale Beziehungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die geistige Fitness. Hobbys wie Musizieren und Tanzen fördern die kognitive Leistungsfähigkeit, da sie Konzentration und Koordination erfordern. Auch das Erlernen einer Fremdsprache kann das Gehirn herausfordern und stimulieren. Bewegung ist entscheidend, insbesondere für das Konzentrations- und Erinnerungsvermögen. Gartenarbeit und Wandern sind weitere Aktivitäten, die das Wachstum neuer Nervenzellen im Hippocampus anregen können.
Schließlich ist es wichtig, dass Lernen Spaß macht. Widerwillen kann zu Frustration und geringem Erfolg führen. Emotionale positive Erlebnisse fördern die Bereitschaft des Gehirns, Lerninhalte zu speichern. Eine gesunde Ernährung unterstützt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern kann auch das Alzheimer-Risiko senken.
Die Bemühungen der Gesunden Gemeinde Fehring, die Bürgerinnen und Bürger im Alter aktiv zu halten, sind mehr als nur ein lokales Projekt. Sie sind Teil eines größeren Trends, der die Bedeutung von lebenslangem Lernen und geistiger Fitness hervorhebt, um ein erfülltes Leben bis ins hohe Alter zu führen. Weitere Informationen über die Bedeutung von geistigem Training finden Sie auch in dem Artikel von Mein Bezirk, sowie auf den Seiten des GDA und NDR.