In der beschaulichen Südoststeiermark gibt es einen Ort, der für viele Kinder und Jugendliche ein Lichtblick in dunklen Zeiten sein kann. Der Verein Rainbows hat sich seit über 20 Jahren der Unterstützung von jungen Menschen in schwierigen Lebensphasen verschrieben. Ob es um die schmerzliche Trennung von Eltern oder den Verlust eines geliebten Menschen geht, hier sind die Betroffenen nicht allein. Jetzt hat Rainbows einen neuen Standort in Fehring am Kirchplatz 5 eröffnet, der zusätzlich zur bestehenden Einrichtung in Feldbach das Angebot erweitert. Ein wichtiger Schritt, denn die Trauerbegleitung wird nun auch hier angeboten.

Die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche aus der Südoststeiermark und dem südlichen Burgenland, die nahe Verwandte oder Bezugspersonen verloren haben. Cornelia Schweiner, die die Gruppen- und Einzelberatungen in Fehring leitet, hat aktuell zehn Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren unter ihrer Obhut. Spannend ist, dass die Kinder freiwillig zu den Beratungen kommen – ganz ohne Druck. In den Erstgesprächen wird dann gemeinsam geklärt, was die individuellen Bedürfnisse sind. So können die Kinder in Gruppen nicht nur ihre Trauer teilen, sondern auch eine Verbindung zu anderen knüpfen, die Ähnliches durchgemacht haben.

Einfühlsame Begleitung

Die Trauerbewältigung ist ein sensibles Thema. Kinder haben ein ganz anderes Verständnis von Tod als Erwachsene. Während die Kleinen bis fünf Jahre oft die Endgültigkeit des Todes nicht begreifen, können verharmlosende Ausdrücke wie „Papa ist eingeschlafen“ den Trauerprozess eher blockieren. Hier kommt Rainbows ins Spiel – die Gespräche über den Tod können Nähe fördern und zeigen, dass Fragen ernst genommen werden. Ob ein Kind beim Begräbnis anwesend sein sollte, hängt von vielen Faktoren ab, und es ist wichtig, dass die Kinder nicht gegen ihren Willen teilnehmen müssen. Stattdessen sollten sie in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit haben, ihre Trauer auf ihre Weise auszudrücken.

Gerade in solchen Momenten ist es entscheidend, dass Kinder die Unterstützung vertrauter Personen haben, die ihre Ängste ernst nehmen. Oft zeigen Kinder ihre Trauer anders als Erwachsene, weshalb es schwer sein kann, die Emotionen zu erkennen. Trauernde Kinder brauchen Zeit, um ihre Gefühle zu verarbeiten, und Rückzugsorte sind essenziell. Ausdrucksformen wie Malen oder kreative Tätigkeiten können helfen, die inneren Konflikte nach außen zu bringen.

Das Familiensystem im Blick

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Arbeit von Rainbows ist die Einbeziehung des gesamten Familiensystems. Denn Trauer betrifft nicht nur das Kind selbst, sondern auch die Eltern oder Geschwister. Jährlich suchen rund 40 Kinder und Jugendliche in der Region Unterstützung bei Rainbows, und steiermarkweit sind es etwa 500. Mit dem neuen Standort in Fehring wird das Angebot noch umfassender.

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Im Rahmen des Projekts „Lebensgroß“, dem Rainbows seit Januar angehört, wird auch die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung deutlich. Susanne Maurer-Adrian, Geschäftsführerin von Lebensgroß, betont, wie wichtig diese Mittel sind, um die wertvollen Angebote fortzuführen. Für den Herbst ist eine Elterngruppe geplant, die sich speziell an Personen richtet, die ihren Lebenspartner verloren haben. Außerdem sollen Fortbildungen für Kindergarten- und Lehrpersonal zum Thema Trauerbewältigung angeboten werden.

In einer Welt, die oft so schnelllebig und unbeständig ist, bleibt die Unterstützung von Rainbows ein echter Anker – ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer angenommen werden und Hilfe finden können. Die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, hat einen unschätzbaren Wert. Trauer ist schließlich ein natürlicher Teil des Lebens, und es ist wichtig, dass wir gemeinsam Wege finden, damit umzugehen.

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