In der Steiermark, wo die Natur und die Radwege eine harmonische Verbindung eingehen sollten, scheinen Stadt und Land bei der Entwicklung der Rad- und Fußgängerinfrastruktur immer wieder aneinander zu geraten. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner von den Grünen hat ganz klar den Finger in die Wunde gelegt und Verkehrslandesrätin Claudia Holzer von der FPÖ wegen der Verzögerungen und dem Stillstand bei wichtigen Projekten kritisiert. Es ist nicht zu übersehen: Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land könnte deutlich besser sein.
Beobachter haben die Schwierigkeiten beim gemeinsamen Vorankommen mehr als einmal angesprochen. Fünf konkrete Projekte stehen im Raum, die zeigen, wie sehr die Kommunikation zwischen den beiden Ebenen hakt und dass es nicht vorwärts geht. So ist beispielsweise der Radweg am Kalvariengürtel zwischen der Großkreuzung Wiener Straße und der Mur zwar fertig, doch der fehlende Lückenschluss sorgt für Unmut. Die Planung hat bereits zu unbefriedigenden Kompromisslösungen geführt, und die Möglichkeit eines aufgeständerten Radweges wird an der TU untersucht. Das ist doch alles andere als ideal, oder?
Projekte, die ins Stocken geraten
Ein weiteres Beispiel ist die Waltendorfer Hauptstraße, wo ein Zebrastreifen bei der Bushaltestelle Peterstalstraße gefordert wird. Die Planungen sind zwar in vollem Gange, doch die straßenrechtlichen Verfahren und umfangreiche Grundeinlösungen stehen noch aus. Ähnliches Bild bei der Liebenauer Hauptstraße: Geplante sichere Fußgängerquerungen bei der Bushaltestelle Leberackerweg sind für 2027 vorgesehen, aber auch hier müssen erst einmal die Grundeinlösungen geregelt werden.
Bei der Radegunder Straße hat das Land den Radweg abgelehnt – stattdessen wird nur ein Gehweg im Abschnitt Prochaskagasse bis Rotmossweg bis 2027 come. Und in der Costellagasse? Da gibt es einen zu schmalen Gehsteig, aber keine Maßnahmen von der Landesstraßenverwaltung. Schwentner fordert daher mehr Zusammenarbeit und ein gemeinsames Vorgehen, um diese Projekte endlich voranzutreiben.
Fördermittel und Unterstützung aus Baden-Württemberg
<pGanz anders sieht es in Baden-Württemberg aus, wo ein Förderprogramm für Rad- und Fußverkehr nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz ins Leben gerufen wurde. Dieses Programm unterstützt Städte, Landkreise und Gemeinden beim Um- und Ausbau ihrer Rad- und Fußgängerinfrastruktur. Das Ziel ist klar: Netzlücken in Radnetzen schließen und die Verkehrssicherheit erhöhen.
Für den Zeitraum von 2025 bis 2029 stehen über 1.000 Maßnahmen auf dem Plan mit einem stolzen Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Das Land Baden-Württemberg hat über 400 Millionen Euro bereitgestellt und damit das größte Förderprogramm für Rad- und Fußwege bisher aufgelegt. Seit der letzten Veröffentlichung wurden sogar 258 neue Maßnahmen mit einer Gesamtinvestition von rund 165 Millionen Euro hinzugefügt. Die Frage bleibt: Warum kann das nicht auch in der Steiermark umgesetzt werden?
Bundesmittel für Radverkehrsinfrastruktur
Seit 2021 haben Länder und Gemeinden die Möglichkeit, Bundesmittel für Radverkehrsinfrastrukturprojekte vom Bundesministerium für Verkehr zu beantragen. Im Rahmen des Finanzhilfe-Sonderprogramms „Stadt und Land“, das bis 2030 verstetigt wurde, stehen insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2025 sind etwa 180 Millionen Euro eingeplant. Über 3.500 Maßnahmen wurden bundesweit bereits bestätigt, und das Ziel ist, den Verkehr auf den Radverkehr zu verlagern, insbesondere im ländlichen Raum.
Die geförderten Maßnahmen reichen von Neu- und Umbaumaßnahmen von Radverkehrsnetzen über Abstellanlagen bis hin zur Optimierung des Verkehrsflusses für Radfahrer. Bis zu 75 % der Kosten können durch Finanzhilfen abgedeckt werden, wobei finanzschwache Gemeinden sogar bis zu 90 % Unterstützung erhalten können. Ein wahrer Anreiz, um mehr in die Radinfrastruktur zu investieren!
Doch während in anderen Regionen Fortschritte gemacht werden, bleibt die Frage, ob auch in der Steiermark bald frischer Wind weht. Hoffentlich können Stadt und Land bald an einem Strang ziehen, um die Rad- und Fußgängerinfrastruktur in der Region zu verbessern. Aber im Moment haben die Radfahrenden die Nase voll von den endlosen Verzögerungen! Es bleibt spannend.