Judenburgs Erlebnisbad vor dem Aus: Schwimmen lernen oder zuschauen?
In Judenburg, wo das Wasser sprudelt und der Spaß nie zu kurz kommt, kämpft die Stadtgemeinde um den Erhalt des beliebten Erlebnisbads. Ein Ort, der nicht nur für über 30.000 Besucher jährlich ein Ziel der Erholung ist, sondern auch für rund 5.000 Kinder aus 20 Schulen, die hier das Schwimmen lernen. Doch die Sache hat einen Haken: Die jährlichen Defizite belaufen sich auf über 600.000 Euro, was die Stadtgemeinde ganz schön ins Schwitzen bringt. Da fragt man sich, wie lange das noch gutgeht!
Die hohen Kosten für die Erhaltung des Bades sind kein Geheimnis. Um die Technik auf den neuesten Stand zu bringen, sind Investitionen in mehrere Millionen Euro notwendig. Kommt einem das nicht vor wie ein Fass ohne Boden? Die SPÖ hat bereits seit dem Vorjahr Unterstützung vom Land Steiermark gefordert, doch bis jetzt blieb der Erfolg aus. Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurde eine Resolution verabschiedet, die an das Land Steiermark gerichtet ist. Fast alle Fraktionen stimmten dafür – bis auf die FPÖ. Vizebürgermeisterin Silvia Klingsbigl ist allerdings der Ansicht, dass die Gemeinde erst ihre eigenen Hausaufgaben machen sollte, bevor sie Hilfe vom Land anfordert.
Schwimmen – eine Lebenskompetenz
Das Erlebnisbad ist weit mehr als ein Freizeitort. Schwimmen ist eine zentrale Lebenskompetenz, die Sicherheit gibt und im besten Fall sogar Leben retten kann. Nationalrat Wolfgang Moitzi, Bürgermeisterin Mag. Elke Florian und ATUS-Vorsitzender Gernot Pirkwieser fordern ein Sonderbudget des Landes Steiermark, um die Bäderinfrastruktur zu erhalten und flächendeckende Schwimmkurse zu finanzieren. Denn die Zahlen sind alarmierend: Über 600.000 Menschen in Österreich können nicht schwimmen, und von den 5- bis 19-Jährigen haben 10% keine Schwimmkenntnisse. Das ist ein echtes Problem!
Das Erlebnisbad Judenburg hat nicht nur Betriebskosten von 780.000 Euro, sondern auch Einnahmen von nur 140.000 Euro – das Defizit beträgt also stolze 640.000 Euro. Die Bedeutung dieses Bades kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Gernot Pirkwieser hebt hervor, dass der Verein bereits fast 5.200 Kindern das Schwimmen nähergebracht hat und das mit einem Team von 400 Mitgliedern und 70 aktiven Schwimmer:innen. Das sind doch beeindruckende Zahlen!
Die Dringlichkeit der Situation
Ertrinken zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. In Österreich wird das Projekt „Learn to Swim“ vom Österreichischen Schwimmverband (OSV) durchgeführt und gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Hier strebt man an, allen Kindern in Österreich strukturiert Schwimmen beizubringen. Das klingt doch nach einer tollen Initiative! Aber die Realität sieht anders aus: Geeignete Wasserflächen, insbesondere Hallenbäder, werden immer knapper.
Die Vision des OSV ist es, ein qualitativ hochwertiges Schwimmprogramm zu schaffen und die Ausbildung von Schwimmlehrpersonen zu standardisieren. Ein einheitliches Ausbildungskonzept mit klaren Qualitätsstandards – das ist das Ziel dieses langfristigen Projekts, das bis Mai 2027 gehen soll. Die Notwendigkeit für diese Maßnahmen ist unbestreitbar, denn wie viele Kinder könnten vielleicht gerettet werden, wenn sie nur schwimmen könnten?
In der Zwischenzeit bleibt die Frage: Wie wird es mit dem Erlebnisbad Judenburg weitergehen? Die Stadtgemeinde, die Vereine und die politischen Entscheidungsträger sollten sich schnellstens zusammenraufen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn eines ist sicher: Ein Leben ohne Schwimmen ist für viele nicht vorstellbar, und das Erlebnisbad ist ein wichtiger Teil davon. Und so bleibt zu hoffen, dass bald die notwendigen Schritte unternommen werden, um dieses wertvolle Stück Judenburg zu erhalten. Das Wasser ruft – und wir alle sollten bereit sein, darauf zu reagieren!
Technisch repräsentiert unser mit VeloCore neu aufgesetztes Magazin den aktuellen Stand für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und langfristig wartbar. Daniel Wom hat mit dieser Umsetzung eine langlebige und leistungsstarke Plattform geschaffen.
