Inklusion neu gedacht: Kreativität und Teilhabe in Knittelfeld
Im Herzen von Knittelfeld blüht eine Initiative, die so viel mehr ist als nur eine Beschäftigungstherapie. Jugend am Werk Steiermark hat sich zum Ziel gesetzt, über 50 Menschen mit Behinderung in eine Tagesstruktur zu begleiten. Hier wird nicht nur gebügelt, sondern auch kreativ gearbeitet, gekocht und in der Holzwerkstatt geschreinert. Das Bügelservice ist dabei nicht nur für die Wäsche am Standort zuständig, sondern nimmt auch externe Aufträge an. Ein echter Handschlag für die Teilnehmenden, die so in die Arbeitswelt integriert werden.
Das Besondere an diesem Konzept? Es ist personenzentriert. Das heißt, die Begleitung orientiert sich an den Fähigkeiten und Wünschen der Kundinnen und Kunden. Letztendlich strebt man eine Steigerung der Selbstwirksamkeit an. Wenn man in einem kreativen Prozess erlebt, wie die eigene Arbeit Früchte trägt, kann das extrem motivierend sein! Echte berufliche Inklusion wird angestrebt, indem man den Menschen die Möglichkeit gibt, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Hier wird das Prinzip des „Supported Employment“ verfolgt, das nicht nur theoretisch ist, sondern direkt im Alltag umgesetzt wird.
Ein Blick in die Zukunft
Seit 2026 gibt es in Judenburg ein Zentrum für den inklusiven Arbeitsmarkt. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Die Kooperationen mit Unternehmen wie SeneCura und Steirerpack ermöglichen es den Teilnehmenden, praktische Erfahrungen zu sammeln. So übernehmen sie beispielsweise Verpackungstätigkeiten bei Steirerpack. Und das Beste? Die Betriebskooperationen sind für die Unternehmen nahezu ohne Aufwand, da die Bezugsbegleiter die Unterstützung übernehmen. Das nimmt den Firmen die Sorge, dass sie sich um alles kümmern müssen.
Das Angebot „inArbeit“ im Zentrum in Judenburg zielt darauf ab, echte Dienstverträge, Gehalt und Vollversicherung zu ermöglichen. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten. Galla, der das Ganze koordiniert, betont die Wichtigkeit eines umfassenden Angebots für die Kundinnen und Kunden. Es geht darum, dass jeder Mensch die Chance hat, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und aktiv daran teilzuhaben.
Das Konzept der Unterstützten Beschäftigung
Das Konzept der Unterstützten Beschäftigung (UB) ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein innovativer Ansatz in der beruflichen Rehabilitation und Integration. Es geht darum, Menschen mit Behinderung eine bezahlte Arbeit im allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, auch ohne ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Unterstützung wird dabei so lange bereitgestellt, wie sie benötigt wird. In den USA beispielsweise haben dank dieses Programms in den ersten zwölf Jahren 140.000 Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz gefunden. Ein ermutigendes Beispiel, das zeigt, wie wichtig solch ein Ansatz ist.
Im Kern dreht sich alles um individuelle Berufs- und Zukunftsplanung. Hier wird ein Fähigkeitsprofil erstellt, um die Stärken der unterstützten Personen in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz nach dem Motto: „Erst platzieren, dann qualifizieren“. Ein Jobcoach begleitet die Teilnehmenden bis zu zwei Jahre lang, manchmal sogar länger. Während dieser Zeit sind die Teilnehmer sozialversichert. Wenn der Schritt in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gelungen ist, bleibt die Berufsbegleitung wichtig – die Dauer dieser Unterstützung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen.
Der Weg zur Integration
Die Zielgruppe umfasst vor allem Menschen mit Behinderung, die keinen Zugang zu Werkstätten benötigen. Besonders angesprochen werden Schulabgänger und Erwachsene, die im Laufe ihres Lebens eine Behinderung erworben haben. Unterstützte Beschäftigung ist nicht als Ersatz für Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahmen gedacht. Vielmehr ergänzt sie diese und öffnet neue Türen für viele, die vielleicht schon aufgegeben hatten, einen Platz im Arbeitsleben zu finden.
Die Initiativen im Murtal sind ein Lichtblick in der Landschaft der beruflichen Inklusion. Hier wird nicht nur Hilfe angeboten, sondern echte Teilhabe am Leben und an der Gesellschaft ermöglicht. Und das ist nicht nur für die Teilnehmenden von Bedeutung, sondern für uns alle – denn Vielfalt in der Arbeitswelt bereichert unser Miteinander. Also, auf zur nächsten kreativen Herausforderung!
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