Heute ist der 6.06.2026 und die kleine Gemeinde Scheifling im Murtal steht im Mittelpunkt eines aufsehenerregenden Skandals. Bürgermeister Gottfried Reif hat sich mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) konfrontiert gesehen, das nicht nur seine Amtsführung, sondern auch die Zukunft der Gemeinde in Frage stellt. Der OGH wies die Nichtigkeitsbeschwerde von Reif gegen ein vorheriges Urteil des Landesgerichts ab und stellte damit fest: Der Bürgermeister hat Amtsmissbrauch begangen. Ein Urteil, das rechtskräftig ist und die Gemüter erregt.
Die Strafe für Reif ist nicht ohne – fünf Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe von 7.500 Euro. Ein weiterer Punkt, der für Aufregung sorgt, ist die Entscheidung des Oberlandesgerichts Graz, das über die Höhe der Strafe befinden wird. Der OGH hat zudem festgestellt, dass Reif das Verfahren unnötig in die Länge gezogen hat. Das wirft Fragen auf. Warum hat er so gezögert? Und was bedeutet das für das Vertrauen in seine Amtsführung?
Streit um die Apotheke
Der Hintergrund dieser ganzen Misere scheint ein Streit um die Errichtung einer Apotheke im Gewerbepark von Scheifling zu sein. Die Betreiber dieser geplanten Apotheke haben große Pläne – sie möchten selbst Arzneien herstellen. Das Landesverwaltungsgericht und der Verwaltungsgerichtshof haben bereits entschieden, dass an diesem Standort Medikamente verkauft werden dürfen. Doch Bürgermeister Reif, als Vertreter der örtlichen Baubehörde, wehrt sich gegen diese Entscheidungen und ignoriert sie einfach. Ein ganz schön mutiger Schritt, könnte man sagen, oder vielleicht auch einfach nur leichtsinnig.
Komischerweise hat die Staatsanwaltschaft Leoben die Anklage gegen Reif bestätigt. Er selbst hat Einspruch erhoben, und der Fall wandert nun weiter zum Oberlandesgericht Graz. Sollte das Gericht gegen den Bürgermeister entscheiden, wird die Anklage rechtskräftig. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht bereits fest. Die Frage, die sich viele stellen, ist: Wie geht es weiter mit Gottfried Reif? Den Rücktritt denkt er nicht einmal in Erwägung, es sei denn, das Vertrauen des Gemeinderats schwindet. Man fragt sich, ob das Vertrauen noch intakt ist oder nicht.
Ein Bürgermeister im Kreuzfeuer
Die Situation ist für Reif alles andere als einfach. Er betont die Komplexität des Verfahrens und erklärt, dass er in Abstimmung mit Sachverständigen gehandelt habe. Doch die Bürger von Scheifling sind skeptisch. Sie fragen sich, ob die Handlungen ihres Bürgermeisters wirklich im Interesse der Gemeinde waren oder ob persönliche Interessen im Spiel waren. Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass die Apotheke ein echter Gewinn für die Gemeinde sein könnte. Aber was passiert, wenn der Bürgermeister sich gegen die Rechtsprechung stellt? Das hat das Potenzial, die Gemeinde zu spalten.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Hauptverhandlung könnte nicht nur über Reifs Schicksal entscheiden, sondern auch über die Zukunft der Apotheke und das Vertrauen in die gesamte Gemeindeverwaltung. Was wird das Oberlandesgericht entscheiden? Und wird Gottfried Reif in der Lage sein, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen? Fragen über Fragen, während Scheifling auf die Entwicklungen wartet.