Es gibt Geschichten, die uns tief berühren und uns zeigen, wie stark der menschliche Geist sein kann, selbst in der dunkelsten Zeit. Eine solche Geschichte ist die von Eva-Maria Krische, die den Verein „Gemeinsam Weiter Gehen“ ins Leben gerufen hat. Ihr Antrieb war der tragische Verlust ihrer Tochter Leonie, die 2008 als Frühchen zur Welt kam und am 18. Januar 2022 im Alter von nur 14 Jahren an Knochenkrebs starb. Die Diagnose kam wie ein Schock im Februar 2020, gefolgt von einer langen, beschwerlichen Reise durch Therapien und Klinikaufenthalte. Leonie hatte den Wunsch, auf die Palliativstation in Leoben zu wechseln – dem Ort, an dem sie das Licht der Welt erblickte.

Der Verein bietet einen geschützten Raum für verwaiste Eltern und Familien, in dem Trauer nicht nur erlaubt, sondern willkommen ist. Dort gibt es keine Erwartungen, kein Druck, einfach nur Verständnis. Im Mai 2023 organisierte der Verein zwei Begegnungswochenenden auf der Frauenalpe in Murau, wo sich Menschen, die ähnliche Schicksale erlebt haben, in der Natur begegnen konnten. Gespräche, gemeinsame Wanderungen und ruhige Rückzugsorte standen auf dem Programm. Eva-Maria betont, dass „Weitergehen“ nicht bedeutet, zu vergessen. Es geht darum, einen Weg zu finden, mit dem Verlust umzugehen, und das ist ein Weg, den viele Menschen schmerzhaft nachvollziehen können.

Gemeinsam stark durch Trauer und Verlust

Gerade in Zeiten der Trauer ist der Austausch mit Gleichgesinnten von unschätzbarem Wert. Der Verein „Leben ohne Dich e.V.“, eine Selbsthilfeorganisation für Familien mit verstorbenen Kindern, hat sich genau diesem Thema gewidmet. Gegründet im Jahr 2001, bietet er nicht nur Hilfsangebote, sondern auch die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Hier stehen die Erinnerungen an die verstorbenen Kinder im Mittelpunkt – Yannis und über 1.000 weitere Kinder werden geehrt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie dieser Verein von den Krankenkassen gefördert wird, um den betroffenen Familien Unterstützung zu bieten.

Sie helfen Eltern, eigene Selbsthilfegruppen zu gründen, vor allem in Regionen, wo es noch keine Anlaufstellen gibt. Die mobile Version ihrer Website sorgt dafür, dass Hilfe auch unterwegs erreichbar bleibt. Und die LKWs, die im Design von „Leben ohne Dich e.V.“ über die Straßen fahren, sind ein starkes Zeichen der Sichtbarkeit für die Trauerarbeit.

Die Kraft der Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind eine wertvolle Anlaufstelle für Menschen, die mit tiefgreifenden Traumata und persönlichen Krisen kämpfen. Oft sind es der Verlust eines geliebten Menschen oder die seelischen Erschütterungen aus der Vergangenheit, die den Alltag erschweren. Hier können Betroffene Mitgefühl und Verständnis erfahren, was in schweren Zeiten eine immense Unterstützung darstellt. In Frankfurt beispielsweise leiten Samira und Pedro eine Trauergruppe für verwaiste Eltern und legen großen Wert darauf, über Leid zu sprechen. Das Reden kann heilsam sein, ein Ventil für all die schweren Emotionen, die sonst oft ungehört bleiben.

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Die Selbsthilfe-Kontaktstelle in Frankfurt ist eine zentrale Anlaufstelle für all die, die nach Unterstützung suchen. Sie bieten Beratung, Informationen und Unterstützung für Betroffene, Angehörige, Fachleute und Medien. Es ist eine Erinnerung daran, dass niemand in seiner Trauer allein ist – auch wenn es sich oft so anfühlen mag. Die Kontakttelefonnummer 0 69.55 94 44 ist ein offenes Ohr, das bereit ist zuzuhören.

In dieser bunten Palette von Unterstützung und Gemeinschaft zeigt sich die Stärke des menschlichen Miteinanders. Ob in Murau, Frankfurt oder anderswo – der Weg durch die Trauer ist oft ein steiniger, aber mit der richtigen Begleitung kann er ein wenig erträglicher werden.