Am vergangenen Freitagnachmittag wurde im malerischen Murau eine ganz besondere Ausstellung eröffnet, die anlässlich des 950-jährigen Bestehens des Stifts St. Lambrecht ins Leben gerufen wurde. Unter dem vielversprechenden Titel „Was ist der Mensch?“ lädt die Ausstellung die Besucher ein, über das Wesen des Menschen nachzudenken. Die Eröffnung fand im Prälatensaal und vor dem Fischkalter statt und zog zahlreiche Besucher sowie Ehrengäste an, die sich von der musikalischen Umrahmung durch die Bläsergruppe des Musikvereins St. Lambrecht und das Vokalensemble Cantando Admont verzaubern ließen.

Das Herzstück der Ausstellung ist die neu gestaltete kunsthistorische Sammlung des Stiftsmuseums, die Exponate aus verschiedenen Epochen präsentiert. Prior Pater Gerwig Romirer gab den Anwesenden einen Einblick in den Werdegang der Ausstellung, die von der Kreativgruppe am BORG Murau unter der Leitung von Sabine Zirker und Antonia Judmaier tatkräftig unterstützt wurde. Die Jugendlichen thematisieren den Menschen als körperlich sichtbares Wesen und beleuchten Aspekte des gelebten Menschseins wie Gefühle, Beziehungen, Haltungen und Handlungen. Ziel der Ausstellung ist es, die verschiedenen Ebenen des Menschseins miteinander zu verbinden.

Ein Blick in die Kunsthistorie

Das Stiftsmuseum St. Lambrecht ist mehr als nur eine Ausstellungsfläche; es ist ein Ort, an dem jahrhundertelange kulturelle Bemühungen des Stiftes lebendig werden. Bereits etwa 1848 wurde das kunsthistorische Museum von Abt Joachim Suppan in der Schlosskapelle eingerichtet, und 1978 erfuhr es eine umfassende Neugestaltung. Die Sammlung umfasst unter anderem altdeutsche Tafelmalereien und Plastiken sowie bedeutende gotische Bildwerke, wie die Wurzel-Jesse-Darstellung aus dem Jahr 1500 und das Madonnenbild des Meisters der Brucker Martinstafel von 1517.

Besonders hervorzuheben sind auch die Statuen aus der Villacher Werkstatt und zahlreiche Glasmalereien, die den gotischen Bereich bereichern. Die Tafeln der Madonna im Strahlenkranz und des St. Lambrechter Votivbildes, die sich in der Alten Galerie in Graz befinden, sind weitere Meisterwerke, die die kulturelle Bedeutung des Stiftes unterstreichen. Die Ausstellung bietet also nicht nur einen Einblick in die menschliche Existenz, sondern auch in die reiche Geschichte der Kunst und Kultur des Stifts.

Führungen für Interessierte

Für alle, die tiefer in die Materie eintauchen möchten, stehen täglich Führungen durch das Stift zur Verfügung. Diese dauern etwa 75 Minuten und umfassen die kunsthistorische Sammlung sowie die St. Lambrechter Schatzkammer, das Modell der Klosteranlage und das liturgische Kabinett. An Sonntagen und Feiertagen finden die Führungen nach dem Gottesdienst statt. Für Gruppen ab 10 Personen sind auch individuelle Führungen nach Voranmeldung möglich, was die Gelegenheit bietet, das Stiftsmuseum außerhalb der regulären Zeiten zu erkunden.

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Das Stiftsmuseum St. Lambrecht ist also nicht nur ein Ort der Kunst und Kultur, sondern auch ein Raum für Reflexion über das Menschsein. Wer sich die Ausstellung „Was ist der Mensch?“ nicht entgehen lassen möchte, hat bis zum 15. Oktober die Möglichkeit dazu. Ein Besuch lohnt sich – sowohl für Kunstliebhaber als auch für alle, die sich auf eine spannende Reise durch die Menschheitsgeschichte begeben wollen.