Im Bezirk Murau steht die Region Kopf, denn am Freitag müssen sich zwei junge Männer vor dem Schöffengericht in Leoben verantworten. Die beiden im Alter von 22 und 23 Jahren sind mit schweren Vorwürfen konfrontiert, die die öffentliche Sicherheit in Aufruhr versetzen. Ihnen wird Suchtgifthandel und Gewalt vorgeworfen, und die Ermittlungen, die rund 1,5 Jahre in Anspruch nahmen, haben ein erschreckendes Bild ihrer Aktivitäten gezeichnet.
Wie die Polizei berichtet, sollen die Angeklagten große Mengen an Suchtgift verkauft haben. In den letzten Jahren wurden etwa 5 kg Marihuana und 100 g Kokain an insgesamt 52 Abnehmer geliefert. Der Straßenverkaufswert dieser Drogen beläuft sich auf schätzungsweise 60.000 Euro. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Behörden nicht nur Drogen, sondern auch Waffen und Bargeld, das offenbar im Drogengeschäft erarbeitet wurde.
Professioneller Drogenhandel
Die Verdächtigen betrieben einen professionellen Drogenvertrieb, der gut organisiert war. Durch die Einbindung von Unterhändlern und Kurieren gelang es ihnen, Suchtgift-Zustellungen im gesamten obersteirischen Raum abzuwickeln. Dabei scheuten sie auch nicht davor zurück, Waffengewalt, Nötigungen und Drohungen einzusetzen, um ihre Abnehmer und Sub-Dealer unter Kontrolle zu halten.
Laut Polizei haben die Angeklagten einen gewaltigen Einfluss auf die Drogenszene im Bezirk Murau ausgeübt. Der eine Mann zeigte sich vor dem Prozess geständig, während der andere nur teilweise geständig ist. Der Vorwurf der schweren Nötigung, den die Staatsanwaltschaft erhebt, ist ein weiterer schwerer Stein im Rucksack der beiden. Auch die 52 Abnehmer sowie die in Zusammenhang stehenden Sub-Dealer wurden an die Staatsanwaltschaft Leoben angezeigt, was das Ausmaß der kriminellen Machenschaften verdeutlicht.
Folgen und Ausblick
Die Festnahmen der jungen Männer erfolgten im Dezember 2024 auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Leoben. Nach ihrer Festnahme wurden sie in die Justizanstalt Leoben überstellt und befinden sich bis Januar 2026 in Untersuchungshaft. Die Anklageschrift gegen sie wird derzeit von der Staatsanwaltschaft vorbereitet, und die Ereignisse werfen ein grelles Licht auf die Drogenproblematik in der Region.
Die Entwicklungen rund um diesen Fall haben nicht nur die lokale Bevölkerung beunruhigt, sondern auch die Behörden dazu veranlasst, verstärkt gegen den Drogenhandel in der Steiermark vorzugehen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Informationen während des Prozesses ans Licht kommen und welche Konsequenzen dies für die Drogenszene im Bezirk Murau haben wird.