In Leoben, wo die Luft nach frischem Schnee und Abenteuer duftet, wird etwas ganz Besonderes in Gang gesetzt. An der Montanuniversität wird intensiv an neuen Methoden geforscht, um alte Wintersportausrüstung ein zweites Leben zu schenken. Die Idee dahinter? Ein innovatives Recyclingprojekt – „WINTRUST“ – das die Abfallwirtschaft revolutionieren könnte. David Zidar, der wissenschaftliche Kopf des Projekts, und Michaela Plank, eine dynamische Absolventin der Kunststofftechnik, haben sich zusammengetan, um Wintersportartikel systematisch zu recyclen. Ein Vorhaben, das nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch die Skisportkultur in Österreich, die ganzjährig für Millionen von Menschen ein Massenphänomen darstellt, positiv beeinflussen könnte.
In den letzten fünf Jahren wurden in Österreich beeindruckende 1,8 Millionen Paar Ski und Skischuhe verkauft. Das bedeutet, die Berge sind voll von Neuheiten, während am Ende der Lebensdauer dieser Produkte oft nur der Sperrmüll bleibt. Damit gehen wertvolle Rohstoffe verloren – ein echter Verlust! Hier kommt „WINTRUST“ ins Spiel. Das Projekt hat 2023 den Recyclingprozess für Wintersportartikel ins Visier genommen, und das mit einer klaren Vision: Die Wiederverwertung von Skischuhen, -bindungen, Helmen und natürlich Skiern selbst, die aus einem unlösbaren Verbund verschiedener Materialien bestehen. Ja, das ist eine echte Herausforderung, aber auch eine große Chance!
Die Zusammenarbeit für die Zukunft
„WINTRUST“ bringt 30 Firmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen zusammen. In der Modellregion Pinzgau-Pongau arbeiten sie Hand in Hand mit Sportartikelhändlern und Gemeinden, um einen effizienten Recyclingprozess zu entwickeln. Nach der Sammlung der alten Ausrüstungen müssen diese verschiedenen Artikel zunächst getrennt werden – das ist ein bisschen wie beim Aufräumen nach einer wilden Schneeballschlacht! Skier, Stöcke und Schuhe müssen in Gruppen sortiert werden, denn eine gemeinsame Verarbeitung ist schlichtweg nicht möglich. Das klingt nach viel Arbeit, aber die Mühe lohnt sich: Bei erfolgreicher Umsetzung könnten mehrere tausend bis zehntausende Tonnen Material wiederverwertet werden. Das ist nicht nur ein großer Schritt für die Umwelt, sondern auch für den Green Deal der EU.
In den Pilotregionen wird das Material dann von der GW St. Pölten zerlegt. Hier wird mit viel Fingerspitzengefühl gearbeitet, um die händisch zerlegbaren Teile auseinanderzubauen. Anschließend geht es weiter an das Transfercenter für Kunststofftechnik in Wels, wo die Materialien weiter getrennt werden. Diese Prozesse sind entscheidend, denn die meisten Wintersportartikel bestehen aus Kunststoffen, und das Recycling dieser Materialien ist ein neuartiges Forschungsfeld, das die Montanuniversität vorantreibt. Innovative Ansätze, wie Laserstoßwellen und Mikrowellen zur Aufbrechung von Klebeverbindungen, werden hier erforscht. Klingt spannend, oder?
Ein bisschen mehr als nur Recycling
Doch das Recycling beschränkt sich nicht nur auf die Berge. Das Projekt „Recycle Your Boots“ untersucht beispielsweise, ob Skischuhe noch für den Einsatz geeignet sind. Nutzt man diese noch? Wenn ja, werden sie in Secondhand-Läden verkauft, und die Erlöse fließen in soziale Projekte zur Integration von Menschen in Not. Ist das nicht eine schöne Art, Nachhaltigkeit mit sozialer Verantwortung zu verbinden? Die regelmäßige Überprüfung von Skischuhen auf Risse oder Abnutzungserscheinungen ist dabei unerlässlich. Denn, Hand aufs Herz: Nach acht bis zehn Jahren wird der Kunststoff porös und könnte die Sicherheit beeinträchtigen. Wer möchte schon mit unsicheren Schuhen ins nächste Abenteuer starten?
Das Ziel von „WINTRUST“ ist es, einen prozessnahen Workflow zu entwickeln und dabei die ökologischen sowie ökonomischen Machbarkeiten von Anfang an zu prüfen. Eine Lebenszyklusanalyse wird durchgeführt, um die Umweltwirkungen und Energiebilanzen zu analysieren. Denn letztlich wollen wir nicht nur alte Skier loswerden, sondern auch aktiv zur Schonung unserer Ressourcen beitragen. Es ist an der Zeit, dass wir den Wert unserer Wintersportartikel erkennen und ihnen eine zweite Chance geben. So wird der Kreislauf geschlossen und wir können uns mit gutem Gewissen auf die Piste begeben!