Heute ist der 22.05.2026, und in Leoben gibt es Grund zum Feiern! Die österreichische Regisseurin Sandra Wollner hat bei den 79. Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis der Nebenschiene „Un Certain Regard“ für ihren Film „Everytime“ gewonnen. Ein ganz schöner Coup, wenn man bedenkt, dass der Film erst am Freitagabend ausgezeichnet wurde. Es ist nicht nur ein bedeutender Moment für Wollner, sondern auch für die österreichische Filmkunst im Allgemeinen.

Die 1983 in Leoben geborene Regisseurin, die mittlerweile in Berlin lebt, hat mit „Everytime“ bereits ihren dritten Spielfilm vorgelegt. Nach „Das unmögliche Bild“ und „The Trouble with Being Born“ zeigt sie erneut ihr Talent für tiefgründige Erzählungen. In ihrer Dankesrede sprach Wollner über die Bedeutung skurriler und eigenartiger Gedanken in der Kunst – ein Hinweis auf den besonderen Ton, den auch dieser Film anschlägt.

Ein Blick in die Handlung

„Everytime“ ist ein psychologisches Drama, das sich um die Mutter Ella, gespielt von der großartigen Birgit Minichmayr, und ihre Töchter Jessie und Melli dreht. Jessie, die von Carla Hüttermann verkörpert wird, verunglückt tragisch im Drogenrausch an der Seite ihres Freundes Lux (Tristán López). Das Drama thematisiert auf eindringliche Weise den Umgang mit Trauer und den Versuch, ein neues Leben nach dem Verlust zu gestalten. Die Emotionalität des Films wird durch die Kameraführung von Gregory Oke und die einfühlsame Musik von David Schweighart untermalt. Die Laufzeit von 121 Minuten zieht das Publikum tief in die Geschichte hinein.

Wollner hat das Drehbuch selbst verfasst und auch an der Produktion beteiligt, zusammen mit Lixi Frank, Viktoria Stolpe und David Bohun. Das Projekt konnte auf zahlreiche Unterstützungen zählen, unter anderem vom Österreichischen Filminstitut und Eurimages, was zeigt, wie wichtig dieser Film für die heimische Filmkultur ist.

Cannes und die Konkurrenz

Bei den Filmfestspielen von Cannes war die Konkurrenz groß. Die Jury unter dem Vorsitz von Leila Bekhti vergab neben dem Hauptpreis auch den Jury-Preis an „Elephants in the Fog“ von Abinash Bikram Shah und den Spezialpreis an „Iron Boy“ von Louis Clichy. Zudem erhielten die Darstellerinnen Daniela Marín Navarro, Marina de Tavira und Mariangel Villegas für „Forever Your Maternal Animal“ eine Auszeichnung, während Bradley Fiomona Dembeasset für seine Rolle in „Congo Boy“ geehrt wurde. Das zeigt, wie bunt und vielfältig das diesjährige Festival war.

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„Everytime“ feierte seine Weltpremiere am 18. Mai 2026 in der Sektion „Un Certain Regard“. Die Vorfreude auf den Film war groß, und die Auszeichnung könnte der Beginn einer erfolgreichen Laufbahn für Wollners Werk sein. Die Dreharbeiten fanden in Wien, Berlin und auf der sonnigen Insel Teneriffa statt, was dem Film eine besondere Note verleiht. Das Team hatte 36 Tage lang bei herrlichem Wetter gearbeitet – eine kreative Auszeit, die sicher viele inspirierende Momente brachte.

Ein weiterer spannender Punkt ist, dass die internationalen Verkaufsrechte bereits vor der Premiere an Charades vergeben wurden. Das lässt darauf schließen, dass die Welt auf „Everytime“ gespannt ist. Es bleibt abzuwarten, wie der Film beim Publikum ankommen wird, aber eines ist sicher: Sandra Wollner hat mit ihrem Werk einen bleibenden Eindruck hinterlassen – und das nicht nur in Cannes.