Klimawandel im Aufbruch: Leobens Landwirte und Wälder im Überlebenskampf
Heute ist der 25.06.2026 und in Leoben spüren Landwirte und Waldbesitzer die Folgen des Klimawandels ganz unmittelbar. Richard Judmaier, der Bezirksobmann der Landwirtschaftskammer Leoben, hat es auf den Punkt gebracht: Ein Niederschlagsdefizit von 70 bis 80 Prozent – das ist schon eine ordentliche Hausnummer! Wenn der ersehnte Landregen nicht bald eintrifft, wird es schwer, den Rückstand auszugleichen. Der Sommer bringt zwar stellenweise Starkregen mit sich, aber der Boden kann nur begrenzt Wasser aufnehmen. Das führt zu dramatischen Ernteausfällen, bei denen die Menge beim ersten Schnitt nur ein Viertel bis ein Drittel der üblichen Erträge beträgt. Auch wenn der zweite Schnitt etwas besser ausfallen könnte, bleibt er hinter den gewohnten Erträgen der Vorjahre zurück. Immerhin sind die Futterreserven noch ausreichend, aber die Sorge um zukünftige Trockenjahre wächst.
Die Landwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Die Landwirte fragen sich, wie sie unter diesen Bedingungen wirtschaftlich arbeiten können. Um dem entgegenzuwirken, setzen viele Betriebe auf angepasste Saatgutmischungen und Humusaufbau. Direktsaatverfahren und optimierte Fruchtfolgen sind ebenfalls Teil der Strategie, um mit der Trockenheit umzugehen. Und auch das Tierwohl kommt nicht zu kurz: Stallumbauten sorgen dafür, dass die Tiere auch bei hohen Temperaturen gut untergebracht sind. Doch es bleibt ein fader Beigeschmack – die langfristigen Erfolge dieser Maßnahmen sind unsicher.
Die Situation im Wald ist ebenfalls angespannt
Christian Haberl, Obmann des Waldverbandes, beschreibt die Lage der Wälder als dramatisch. Weniger Niederschlag im Winter hat direkte Auswirkungen auf die Wasserversorgung des Waldbodens. Die Waldbrandgefahr ist ein ständiges Thema und wird durch achtloses Verhalten, wie das Wegwerfen von Müll, zusätzlich angeheizt. Dazu kommt der Trockenstress, der die Borkenkäferpopulation begünstigt. Hier ist schnelles Handeln gefragt! Langfristige Vorhersagen zur Waldentwicklung sind schwierig, aber eines ist klar: Mischwälder und klimaangepasste Baumarten sind essenziell für die Zukunft. Ein stabiler Bestand sollte angestrebt werden, wobei zwei Drittel des Baumes aus Krone bestehen sollten. Hierbei steigt allerdings der Arbeitsaufwand für Holzernte und Pflege, was langfristige Investitionen in stabile Bestände notwendig macht. Ein funktionierendes Netzwerk an Abnehmern für Holz ist dabei unverzichtbar.
In der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gibt es jedoch Anpassungsmöglichkeiten an Trockenheit. Die Unterscheidung zwischen langfristigen und kurzfristigen Maßnahmen ist entscheidend. Eine an den Klimawandel angepasste Landbewirtschaftung kann langfristigen Schutz vor Extremereignissen bieten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat ein Dürre-Wissensportal ins Leben gerufen, das als Informationsquelle dient. Zuverlässige Informationssysteme sind notwendig, um auf Dürreereignisse zu reagieren. Die nationale Wasserstrategie, die im März 2023 beschlossen wurde, verfolgt das Ziel, die natürlichen Wasserressourcen zu schützen und einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu fördern.
Handlungsbedarf in der Stadt
Die Kommunen sind gefordert, sich an die zunehmende Hitze und Trockenheit anzupassen. Naturnahe Maßnahmen wie die Versickerung von Regenwasser oder die Entsiegelung befestigter Flächen können helfen, die Wasserbilanz zu verbessern. Auch die Förderung von Frischluftschneisen und die Kühlung öffentlicher Räume sind wichtig, um das Stadtklima zu verbessern. Bewässerungsmöglichkeiten für Dürreperioden sollten effizient und wassersparend gestaltet werden, während die Verwendung von Brauchwasser für die Bewässerung strengen chemischen und hygienischen Anforderungen genügen muss.
Die Herausforderungen sind also vielfältig und erfordern ein Umdenken in vielen Bereichen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Eines ist sicher: Es gibt keine patente Lösung, und die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut unsere Anpassungsstrategien greifen.
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