Am Leobener Katharinenweg wird die Situation für die Anwohner nach den verheerenden Überschwemmungen des vergangenen Jahres immer angespannter. Seit dem heftigem Unwetter, das im vergangenen Jahr massive Schäden verursachte, ist das Thema Hochwasserschutz für die Anwohner ein Dauerbrenner. Die Anwohner berichten von wiederholten Problemen mit Überschwemmungen bei Starkregen, die vor allem durch den Bach, der aus dem Gelände der Voestalpine kommt, verstärkt werden. Walter Reiter, der Wohnungsreferent, hat diesbezüglich klare Worte gefunden: „Trotz wiederholter Zusagen der Voestalpine-Vertreter ist seit einem Jahr nichts passiert“.
In einem aktuellen Video sind erneut die Überschwemmungen am Katharinenweg zu sehen. Die Bewohner fordern nicht nur eine Lösung, sondern auch verlässliche Zusagen von Seiten der Voestalpine. Walter Reiter hebt hervor, dass das Unternehmen zwar kontinuierlich die Oberflächenentwässerung auf eigenen Grundstücken verbessert hat, doch konkrete Ergebnisse aus den Gesprächen mit der Stadtgemeinde Leoben bleiben aus. „Wir sind bereit, weitere Gespräche zu führen, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, betont Reiter.
Fortschritte beim Hochwasserschutz
Im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts „Unterer Tollingbach“ wird versucht, die Region langfristig vor solchen Schäden zu bewahren. Dieses Projekt wird mit einer Investition von über 25 Millionen Euro von der Voestalpine und der Wildbach- und Lawinenverbauung finanziert. Der Zweck dabei ist nicht nur der Schutz der Anwohner, sondern auch die Erhaltung von Arbeitsplätzen und der regionalen Wirtschaft. Landeshauptmann Stellvertreterin Manuela Khom besuchte kürzlich die Baustelle und lobte die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren, darunter Voestalpine, WLV, die Stadt Leoben und die Gemeinde St. Peter-Freienstein.
Bereits umgesetzte Maßnahmen im Rahmen des Projekts sind unter anderem die Fertigstellung einer Filtersperre am Unteren Tollingbach und der Betrieb eines Hochwasserrückhaltebeckens mit einem Rückhaltevolumen von ca. 91.000 m³, welches als wesentliche Schutzmaßnahme für die Region dient. Künftige Schritte umfassen die Erweiterung des Unterlaufgerinnes bis zur Mündung in den Vordernbergerbach, um eine lückenlose Schutzkette zu schaffen. Diese Maßnahmen sind für die Jahre 2025 und 2026 vorgesehen, mit einem geplanten Projektabschluss für 2027.
Maßnahmen zur Verbesserung des Überflutungsschutzes
Die Herausforderungen durch zunehmende Starkregenereignisse sind nicht nur ein lokales Problem. Gemeinden sind aufgefordert, das öffentliche Entwässerungssystem zu unterhalten und zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um die Vergrößerung des Kanalsystems, was oft als nicht nachhaltig gilt, sondern um gezielte Abflusssteuerung und die Schaffung von Notentlastungsstellen für Überflutungsfälle. Des Weiteren wird die Entsiegelung von Flächen sowie dezentraler Regenwasserrückhalt auf Grundstücken als effektive Maßnahmen empfohlen. Die Verbesserung des Überflutungsschutzes erfordert ein gemeinsames Engagement, sowohl von der Gemeinde als auch von den Anwohnern sowie Unternehmen.Stark gegen Starkregen gibt hierzu zahlreiche Ansätze, die die Collaboration zwischen allen Beteiligten unterstützen.
Die Leobener haben also alle Hände voll zu tun, um sich gegen die Unwetter der Zukunft zu rüsten. Dennoch bleibt zu hoffen, dass durch die laufenden Projekte und das Engagement aller Beteiligten Lösungen gefunden werden, die sowohl die Sicherheit als auch das Wohlbefinden der Anwohner langfristig gewährleisten.