In Leoben, wo man die Industriegeschichte fast riechen kann, hat die TDE-Gruppe nun die Reißleine gezogen und Insolvenz für gleich drei ihrer Unternehmen angemeldet. Ein schwerer Schlag für die Region, denn nicht nur die Firmen, sondern auch 54 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Die Verbindlichkeiten, die sich auf rund 9,6 Millionen Euro belaufen, machen das Ganze nicht einfacher. Der Leobener Rechtsanwalt Helmut Fetz ist als Insolvenzverwalter im Boot und wird nun versuchen, das Beste aus dieser misslichen Lage zu machen.

Die TDE Digital GmbH und die TDE Thonhauser Data Engineering GmbH haben sich in einem Sanierungsverfahren wiederzufinden versucht. Letztere, ein Unternehmen, das sich mit der Analyse von Messdaten von Bohranlagen beschäftigt, sah sich mit massiven Umsatzeinbußen konfrontiert. Ausgangspunkt dieser Misere war die überraschende Aufkündigung eines Rahmenvertrages – das hat gesessen! Die TDE Digital GmbH hingegen war ursprünglich als Holding aufgebaut und hat sich mittlerweile auf den Vertrieb von Öl- und Gastechnologien spezialisiert. Hier hat eine gescheiterte strategische Neuausrichtung das Unternehmen in die Bredouille gebracht. Beide Firmen streben nun an, ihre Gläubigerquote innerhalb von 24 Monaten auf 20 Prozent zu bringen – ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Die TDE Energy GmbH und ihre Herausforderungen

Die TDE Energy GmbH, die für ihre Forschung und Entwicklung im Bereich der Energiewende bekannt war, hat es noch härter erwischt. Hier wurde der Betrieb weitgehend eingestellt, und eine Fortführung ist nicht geplant. Fehlende öffentliche Fördermittel und die mangelnde Marktreife ihrer Technologien haben dem Unternehmen den Garaus gemacht. Es ist schon traurig zu sehen, wie viel Potenzial in der Forschung steckt, aber ohne die nötige Unterstützung lässt sich nichts bewegen.

Insgesamt sind 71 Gläubiger in diesen Insolvenzfall involviert. Für sie gibt es wichtige Fristen zu beachten: Die Anmeldefrist für Forderungen läuft bis zum 1. Juli, die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 15. Juli angesetzt, und die Sanierungsplantagsatzung findet am 5. August statt. Ob und wie die Gläubiger ihr Geld zurückbekommen, steht in den Sternen.

Ein Blick auf die Wirtschaftslage

Die Insolvenz der TDE-Gruppe ist nicht nur ein lokales Drama, sondern reiht sich ein in die aktuelle wirtschaftliche Lage, die auch viele andere Unternehmen betrifft. Laut dem IWH (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle) sind Insolvenzen oft Vorboten von größeren wirtschaftlichen Umwälzungen. Starke Beschäftigungsreduktionen treten häufig schon im Jahr vor der Insolvenz auf. Das macht die Lage für viele Arbeitnehmer und deren Familien besonders prekär. Die gesammelten Daten, zum Beispiel von Bureau van Dijk, zeigen, dass vor allem große Unternehmen unter den Insolvenzen leiden, während kleinere Firmen oft gar nicht berücksichtigt werden – irgendwie schade, oder? Es ist nicht nur eine Zahl auf dem Papier, es geht um Menschen und ihre Existenzen.

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Leoben sieht sich also einer neuen wirtschaftlichen Herausforderung gegenüber, und die Auswirkungen werden wahrscheinlich noch lange zu spüren sein. Hoffen wir, dass die betroffenen Mitarbeiter und Unternehmen einen Weg finden, diese schwere Zeit zu überwinden.