In Leoben wird gerade ein spannendes Kapitel in der Welt der Düngemittel aufgeschlagen. Die Montanuniversität Leoben hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das nicht nur die Landwirtschaft revolutionieren könnte, sondern auch unsere Abwasserwirtschaft. Das ReNOx-Verfahren, so der klangvolle Name, gewinnt Stickstoff und Phosphor aus kommunalem Abwasser zurück. Und das alles mit einer Technik, die sich ohne große bauliche Veränderungen in bestehende Kläranlagen integrieren lässt. Klingt fast wie Zauberei, oder? Aber es ist Wissenschaft!

Das Besondere an ReNOx sind die modifizierten Zeolithe, die als Filter dienen, um Nährstoffe aus dem Schlammwasser herauszufiltern. Das Resultat sind hochreine, schadstoffarme Düngemittel, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch eine Antwort auf die stark steigenden Düngerpreise bieten. Kristina Stocker, die leitende Wissenschaftlerin, betont, wie wichtig die strategische Ressourcennutzung von Abwasserströmen ist. Schließlich kann die Landwirtschaft dadurch unabhängiger von geopolitischen Spannungen und instabilen Lieferketten werden.

Technologische Innovation mit Mehrwert

Die Energieeffizienz ist ein weiterer Pluspunkt: Der Energiebedarf für die Belüftung der Klärbecken sinkt, und eine mobile Einheit entlastet den Reinigungsprozess von Ammonium. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Kommunen und die Landwirtschaft, die von dieser technischen und ökonomischen Resilienz profitieren. In Österreich, Deutschland und sogar in Dubai wurden bereits erfolgreiche Pilotversuche durchgeführt. Man könnte sagen, die Sache nimmt Fahrt auf!

Und während wir hier in Leoben über innovative Lösungen nachdenken, wird in Südhessen ebenfalls fleißig an der Rückgewinnung von Phosphor gearbeitet. Hier hat Umweltstaatssekretär Michael Ruhl kürzlich eine Zuwendung von 25.656.000 Euro für den Bau einer Phosphorrückgewinnungsanlage überreicht. Diese Anlage wird Phosphor aus kommunalen Klärschlämmen zurückgewinnen und in den Stoffkreislauf zurückführen. Ein cleverer Schritt, denn Phosphor ist ein begrenzter Rohstoff, den wir nicht ungenutzt lassen sollten.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Das Projekt in Hessen zeigt, wie wichtig es ist, ressourcenschonende und nachhaltige Düngemittelproduktionen zu fördern. Die neue Technologie wird in die Peripherie des Müllheizkraftwerks integriert, um Synergien zu nutzen. Damit wird nicht nur eine hochwertige Weiterverwertung der Asche möglich, sondern auch eine Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zur Phosphorrückgewinnung, die ab 2029 verbindlich wird. Das ist ein klarer Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft.

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Die Welt der Düngemittelproduktion befindet sich im Wandel. Sowohl die Montanuniversität Leoben als auch die Projekte in Hessen zeigen, dass mit den richtigen Technologien und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen viel erreicht werden kann. Wer hätte gedacht, dass aus Abwasser so viel Gutes entstehen kann? Vielleicht ist das der Anfang einer neuen Ära, in der wir nicht nur die Erde schützen, sondern auch die Landwirtschaft stärken. Und das ist doch ein Grund zum Feiern!