Die Mobile Jugendarbeit Leibnitz, kurz Moja, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen in der Region eine Anlaufstelle zu bieten, die nicht nur auf den klassischen Wegen erreichbar ist. Im Mai 2025 ins Leben gerufen, ist das Projekt ein dreijähriges Pilotvorhaben, das von SOS-Kinderdorf und Input GmbH getragen wird. Die Finanzierung kommt vom Land Steiermark, insbesondere über die Fachabteilung 6 und den Gesundheitsfonds Steiermark. Ein echter Lichtblick in einer Zeit, in der viele junge Menschen den direkten Kontakt scheuen.
Projektleiter Stefan Widakovich hebt hervor, dass herkömmliche Hilfsangebote oft nicht den Bedürfnissen der Jugendlichen entsprechen. Viele wollen keine klassische Hilfe suchen. Sei es beim Thema Freundschaften oder Identitätsfindung – die Themen, die die Jugendlichen beschäftigen, sind vielfältig und vielschichtig. Dazu kommen die Herausforderungen, die die digitale Welt mit sich bringt. Seit dem Start am 14. Mai 2025 gab es bereits knapp 7000 Kontakte und Gespräche mit Jugendlichen. Das ist eine beachtliche Zahl! Sieben Teilzeitkräfte arbeiten in Zweierteams und versuchen, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen.
Die digitale Herausforderung
Ein zentrales Thema, das die Jugendarbeit in Leibnitz betrifft, ist der Druck, den soziale Medien auf die Identitätsbildung der Jugendlichen ausüben. Anna-Lena Grabler, die für die Social Media-Präsenz von Moja zuständig ist, berichtet von dem ständigen Vergleich und dem Druck, der über Plattformen wie Instagram und Snapchat entsteht. Immer wieder kommt es zu Diskussionen über fragwürdige Rollenbilder und Gewaltverherrlichung, die in den sozialen Medien verbreitet werden. Spannend ist, dass eine Forschungsarbeit von Stefan Fontanellaz und Till Gadola zeigt, dass die Selbstreflexion der Jugendlichen zunehmend vom physischen in den virtuellen Raum verschoben wird. Hier wird deutlich, dass die offene Kinder- und Jugendarbeit eine Schlüsselrolle im Umgang mit diesen Herausforderungen spielt.
Die Ergebnisse dieser Forschung unterstreichen, dass die intensive Nutzung von sozialen Medien von vielen Jugendlichen als gesellschaftlich negativ wahrgenommen wird. In der JIM-Studie 2022 wurde festgestellt, dass 95% der befragten Jugendlichen täglich das Internet nutzen und Plattformen wie Instagram und TikTok eine enorme Rolle in ihrem Leben spielen. Die Mechanismen, die hier wirken – ständige Verfügbarkeit neuer Inhalte und der Wettbewerb um Likes und Aufmerksamkeit – beeinflussen die soziale Beziehung zu Gleichaltrigen und führen oft zu einem Gefühl der Isolation.
Alternativen zur digitalen Welt
Moja versucht, den Jugendlichen Alternativen zum digitalen Raum zu bieten. Spiele-Nachmittage, Lagerfeuer, Eislaufen, Escape Rooms, Volleyball und Kanufahren – das klingt nach Spaß und Gemeinschaft! Sevvan Dayakle, 20, ist einer der regelmäßigen Nutzer des Angebots und schätzt die niederschwellige Anlaufstelle, die Moja darstellt. Hier können sich die Jugendlichen entspannen, ohne den ständigen Druck der Online-Welt.
Trotz des Erfolgs und der positiven Rückmeldungen bleibt die Zukunft von Moja ungewiss. Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2027, und Widakovich hofft auf einen unbefristeten Vertrag sowie eine Ausweitung des Modells auf ganz Steiermark. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen den Wert solcher Initiativen erkennen und die wichtige Arbeit fortsetzen, die nicht nur Jugendlichen in Leibnitz zugutekommt, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet.