Die Schulen in der Steiermark stehen vor einer großen Herausforderung: Für das kommende Schuljahr werden dringend Lehrkräfte gesucht. Rund 400 offene Stellen sind in der Region zu besetzen, und die Bewerbungsfrist endet bereits am 8. Mai. Gesucht werden Lehrpersonen in nahezu allen Fächern, wobei besonders Deutsch, Mathematik, Englisch, Bewegung und Sport sowie Religion gefragt sind. In höheren Schulen liegt der Fokus auf wirtschaftlichen Fächern, während in Volksschulen Lehrkräfte mit Spezialisierung auf Inklusion benötigt werden.
Die Bewerbungen können über die Plattform „GetYourTeacher“ eingereicht werden. Ein neues Highlight in der Bildungslandschaft ist der Chancenbonus des Bundes, der darauf abzielt, offene Stellen in Ballungsräumen wie Graz schneller zu besetzen. Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner hebt die Bedeutung dieser Maßnahme hervor. Während sich die Situation in den Städten zusehends verbessert, bleibt sie in ländlichen Regionen angespannt, was zusätzliche Ausschreibungsrunden bis in den Herbst notwendig machen könnte.
Chancenbonus für Schulen in herausfordernden Lagen
Der Chancenbonus (CBP) ist eine zentrale Maßnahme der österreichischen Bildungspolitik im Regierungsprogramm 2025–2029. Er zielt darauf ab, Schulen mit herausfordernden Rahmenbedingungen zu stärken und zu unterstützen. Dies geschieht durch die Bereitstellung von zusätzlichem Personal aus verschiedenen Fachbereichen, darunter Schulpsychologen, Sozialarbeiter und sogar Theaterpädagogen. Die Unterstützung orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Schule und wird von den Schulleitungen verantwortet.
Insgesamt nehmen 400 Volks- und Mittelschulen aus ganz Österreich an diesem Programm teil, was eine große Chance für die Bildungslandschaft darstellt. Die Auswahl dieser Schulen basiert auf der SÖL-Klassifikation, wobei alle teilnehmenden Schulen in die SÖL-Kategorie 1 oder 2 fallen. Die Anzahl der Stellen hängt von der Schulart und der Schüleranzahl ab, was im Auswahlverfahren festgelegt wird.
Junge Führungskräfte und ein Appell an bestehende Lehrkräfte
Ein erfreulicher Trend ist die zunehmende Übernahme von Führungspositionen durch jüngere Personen. Viele Direktoren sind mittlerweile zwischen 30 und 35 Jahre alt, was frischen Wind in die Schullandschaft bringt. Dennoch bleibt der Bedarf an Lehrkräften hoch, und Bildungslandesrat Stefan Hermann berichtet von einer teilweisen Abfederung der Pensionierungswelle durch Studierende und neue Ausbildungsangebote.
Ein Appell geht zudem an bestehende Lehrkräfte, ihre Teilzeitstunden aufzustocken, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Quereinsteiger sind weiterhin gefragt, was neue Perspektiven und Ideen in den Unterricht bringt. Die stetige Weiterentwicklung der Schulen und die Unterstützung durch Programme wie den Chancenbonus sind entscheidend, um die Bildungsqualität in der Steiermark nachhaltig zu verbessern.